Warum du anstatt ins Kino, in den kommenden Tagen in die Oper Köln gehen solltest.

geschrieben von Adina

Wie wär’s mal damit, statt abends ins Kino, in die Oper zu gehen? Als Student*in kostet dich ein Besuch der Oper Köln sogar nur in etwa so viel wie der Kinobesuch: Restkarten bekommen Studierende an der Abendkasse nämlich bereits für 8€! Und mit etwas Glück kann es dann sogar sein, dass du ganz vorne sitzt. Derzeit wird in der Oper Köln Carmen aufgeführt, und so viel kann ich dir schon verraten: Diese Operninszenierung steht einem Kino-Blockbuster in nichts nach. ;-)

Auch allen Nicht-Studierenden können wir einen Besuch der Oper Köln wärmstens empfehlen, da es wirklich eine ganz besondere Erfahrung ist! Ich war jetzt schon mehrmals (dank Rausgegangen ;-)) in der Oper und auch wenn ich, ehrlich gestanden, wirklich keine Ahnung von Opernmusik habe, ist es jedes Mal wieder ein tolles Erlebnis. 

Durch den Warehouse Flair vom Staatenhaus, wo die Oper derzeit ihre Spielstätte hat, bekommt der Opernabend einen modernen und urbanen Charme. Vor der Vorstellung kannst du an der Bar noch ganz gemütlich ein Gläschen Wein trinken oder eine Kleinigkeit essen. Wenn du magst, kannst du dich für diesen Abend ordentlich in Schale werfen und mal wieder das hübsche Kleid bzw. den Anzug ausführen, musst du aber nicht. Egal, ob schick oder im Alltagslook, jede*r ist hier willkommen. 

Am Sonntag war ich dann bei der Premiere der Neuinszenierung von “Carmen”, einer der berühmtesten Opern überhaupt. Die Geschichte der schönen, freiheitsliebenden und starken jungen Bohemienne, die sich von niemandem etwas vorschreiben lassen will, kannte ich schon aus Sevilla, (dort spielt die Handlung auch) und war deshalb umso gespannter, Carmen als Operninszenierung zu sehen. 

Was mich besonders überrascht hat, war, wie viele der Musikstücke man bereits aus Werbungen und Filmen kannte! Ich kann dir versprechen, dass du mit mindestens einem Ohrwurm wieder nach Hause gehen wirst. 

Zudem ist es super beeindruckend, die Sänger*innen, den Chor und das Orchester live und in Farbe spielen zu sehen (und zu hören). Das verleiht der Inszenierung eine ganz besondere Stimmung, in die man direkt mitgerissen wird und die man so nur in der Oper erlebt. Natürlich ist es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, dass die Handlung komplett gesungen wird - in dem Fall auf französisch - und man ständig auf die Bildschirme schauen muss, um die Übersetzung zu lesen, aber da kommt man schnell rein. Gleichzeitig passiert bei dem Stück auch so viel auf der Bühne, dass man die Übertitelungen gar nicht unbedingt braucht, um der Handlung folgen zu können. 

Eine zweite Sache, die mich an der Inszenierung wirklich verblüfft hat, waren viele kleine Szenen, mit denen ich wirklich überhaupt nicht gerechnet habe: Carmen, die erst einem Soldaten schöne Augen macht und im nächsten Moment einem anderen die Mundwinkel aufschneidet; Carmens Freundinnen, die als Messdienerinnen die Bühne betreten und kurze Zeit später in aufreizender Unterwäsche Drogen konsumieren oder Jesus, der das Kreuz auf seinen Schultern trägt und im nächsten Moment mit Süßigkeiten um sich wirft. Wie das alles zusammenhängt, musst du dir dann selbst anschauen. ;-) 

Mein Fazit: Gerade als “Opern-Neuling” eignet sich “Carmen” perfekt, da die Handlung sehr unterhaltsam, die Thematik heute noch aktuell und die Bühnenbilder und Charaktere sehr abwechslungsreich sind. 

Carmen wird noch bis zum 07. Januar 2020 in der Oper Köln gespielt, alle Termine und mehr Infos zur Inszenierung findest du hier: 

Fotos: © Hans-Jörg Michel 

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