Rechts, bitte aussteigen: Guerilla-Aktion für Vielfalt im Fußball

von Matthias

Montagabend, letzter Spieltag vor der Winter- und WM-Pause: Rot-Weiss Essen ist bei 1860 zu Gast. Fans pilgern zum Grünwalder Stadion, U-Bahn fahren, ein Stück zu Fuß, vorher ein Treffen in einer nahegelegenen Bar? So weit so normal. Was aber leider auch viel zu oft noch viel zu normal ist: Dass manche Fußball-Fans rassistische Pfade ins Stadion einschlagen und rechtes Gedankengut in die Fankurven mitbringen.

Um ein glasklares Zeichen gegen Rechts zu setzen, haben sich der TSV 1860 München, EXIT Deutschland & fritz-kola eine Guerilla-Aktion ausgedacht – mit Beamer-Bannern, Wegweisern & klaren Statements rund ums Montagabendspiel und im Stadion.

Wir finden: SUPER WICHTIG! Und weil ein Fußballspiel allein natürlich nicht ausreicht, waren wir vor Ort & zeigen dir nun die Hintergründe der Aktion für mehr Vielfalt im Fußball & wo es Infos für Aussteiger:innen gibt.



Nächster Ausstieg: in Fahrtrichtung gegen rechts! 

First things first: In unserer Gesellschaft ist Platz für alle. Punkt. Dass wir das 2022 überhaupt noch schreiben müssen, macht uns traurig, zeigt aber halt auch, dass es für eine offene und bunte Gesellschaft noch sehr viel zu tun gibt.

Denn die Realität ist, dass Rechtsextremismus (nicht nur) im Fußball noch immer eine Rolle spielt. Umso wichtiger, dass Vereine dazu ihre klare Haltung zeigen, um Hass, Ausgrenzung & Fremdenfeindlichkeit ins Abseits zu stellen.

Um eingesessene Fußball-Fans aller Fanlager vom rechtsradikalen Weg abzubringen, hieß es am Montag: Der Ausstieg an den Haltestellen rund ums Stadion an der Grünwalder Straße erfolgt in Fahrtrichtung gegen rechts! & das sah so aus:



Starke Statements für echte statt rechte Fans

Ob an den U-Bahn-Stationen Wettersteinplatz, Candidplatz und Silberhornstraße, auf dem Fuß-Weg zum Spiel sowie im Stadion selbst – die Botschaften an diesem 14. November waren eindeutig und unübersehbar:

"rechts, bitte aussteigen" oder "echter fan statt rechter fan" als Projektionen an Häuserwänden, Statements im Fahrgast-TV der MVG oder auf den LED-Wänden im Stadion. Und auch in den (Fan-)Kneipen wurde mit Stickern und Untersetzern auf die Aktion aufmerksam gemacht. 

Das Ziel ist klar: "Zusammen mit EXIT Deutschland für einen Fußball, der niemanden ausgrenzt", sagt Mirco Wolf Wiegert, der Gründer von fritz-kulturgüter. Und zwar nicht nur während eines Spiels, sondern auch vorher, nachher, immer.



Hilfe zum Ausstieg finden mit EXIT Deutschland

Aufmerksamkeit schaffen ist natürlich nur der allererste Schritt. Zum Glück gibt es für Menschen der rechtsradikalen Szene auch Unterstützung zum Ausstieg: Die Initiative EXIT Deutschland bietet dafür seit über 20 Jahren Aussteiger:innen Hilfe zur Selbsthilfe!

Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigt zum Beispiel Felix Benneckenstein: "Ich bin selbst mit Exit ausgestiegen und arbeite heute für Exit", sagt der langjährige Löwen-Fan. Er weiß deshalb auch: "Eine Beratung ist der erste Schritt, um sich für ein selbstbestimmtes Leben zu entscheiden und neue Perspektiven zu gewinnen."

Wenn du von Menschen weißt, die mit rechtem Gedankengut sympathisieren, sich in der rechtsextremen Szene engagieren und Unterstützung beim Ausstieg brauchen, oder du selbst nach Hilfe suchst, klick dich unbedingt rüber zu den erfahrenen und engagierten Profis von EXIT Deutschland:



Gemeinsam für ein vielfältiges Miteinander

Uns ist am Montagabend auch durch das Engagement von 1860, fritz-kola & EXIT wieder einmal bewusst geworden: Die Probleme mit Rechtsextremismus sitzen nicht nur am Rand der Gesellschaft, sondern vielleicht auch in der Sitzschale neben dir im Stadion (oder bei allen anderen Events, die wir dir so gerne empfehlen).

Lasst uns deshalb alle in unseren Möglichkeiten immer wieder darauf aufmerksam machen, Hilfe anbieten und gemeinsam die richtige Route einschlagen: in Richtung Fußball für alle! 


 

Fotos © fritz-kola/Herr Bohn

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