Rausgegangen mit RECUP - Einmal die Kölner Skyline zum Mitnehmen bitte!

geschrieben von Lisa und Katharina

Es ist ein schöner, sonniger Morgen, die Leute trudeln so langsam - die meisten noch recht verschlafen - in unsere Lagerhallen-WG in Ehrenfeld ein. Was ist der erste Schritt, wenn die schwer arbeitende Bevölkerung ihren Arbeitsplatz betritt? Richtig - der Gang zur Kaffeemaschine! Unsere Maschine macht seit geraumer Zeit ein wenig Ärger und heute war es dann soweit - sie ist komplett ausgefallen. Nun denn, dann muss wohl eine Alternative her. Auf der Suche nach dem schwarzen Gold sind wir dann auf die SCHAMONG Kaffeerösterei gestoßen. Wir haben uns direkt im Vorbeigehen in die urigen Räumlichkeiten verliebt. Hier sieht es so ganz anders aus, als in anderen Cafés. Antike Theken und Waagen, große Dosen mit Cookies, Säcke voll duftendem Kaffee und frische, bunte Blumen schmücken den großen Raum.

In der SCHAMONG Kaffeerösterei, der ältesten Rösterei Kölns, kannst du Kaffee kaufen, der nur aus besten Zutaten besteht und absolut fair trade ist - verschiedenste und extravagante Kompositionen runden dabei das Geschmackserlebnis ab. Und wenn du schon immer mal wissen wolltest, wie so ein Röstprozess eigentlich aussieht, kannst du live dabei sein - die Röstzeiten liegen Montag bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr. Hier kannst du dann alle deine Fragen zum Thema "Kaffee" loswerden - oder auch so einfach ein bisschen schnacken. Wir standen, wie zwei kleine Kinder, vor der Rösttrommel und haben erstmal ewig den leckeren Kaffeegeruch eingeatmet.





So, dann wollten wir aber nun doch endlich unseren ersten Kaffee des Tages genießen. Und zwar: Einmal "To Go", bitte! Ist natürlich super praktisch, wenn du deinen Kaffee direkt mitnehmen kannst. Nachhaltig sind die Pappbecher, die man dann mit auf den Weg bekommt, nur leider gar nicht und der Versuch die Lieblingstasse mit auf's Rad zu nehmen, endet in der Regel nicht gut und ist ziemlich umständlich. Es ist natürlich immer am besten, wenn man sich die Zeit nimmt, um sich ins gemütliche Café zu setzen und seinen Kaffee bewusst genießen kann. Aber jeder kennt es - die Zeit ist knapp, der Koffeinbedarf hoch, da nimmt man sich halt seinen Kaffee mit.

Die Rösterei SCHAMONG bietet, so wie auch schon ein paar andere Cafés in Köln, eine ziemlich coole Lösung für unser Problem an. In ihrer Traditions-Rösterei kannst du seit September letzten Jahres die eigenproduzierten Kaffeekreationen im RECUP-Mehrwegbecher bestellen. Die hellbraunen Becher mit der Kölner Skyline sind aus Plastik und können gegen eine Pfandgebühr von einem Euro mitgenommen werden. Sie machen auf jeden Fall ordentlich was her und sehen deutlich schöner aus als bedruckte Pappbecher. Wir sind neugierig geworden und haben mal nachgefragt, wie das Ganze funktioniert.

Die Becher stehen schön sortiert, gut sichtbar direkt auf der Theke - also kaum zu übersehen, das finden wir schonmal mega gut! Der Barista vor Ort macht dich dann zusätzlich noch darauf aufmerksam und anstatt in die üblichen Pappbecher, wird dein Kaffee dann in die hübschen RECUP-Becher gefüllt. Du bezahlst dann zwar erstmal einen Euro mehr für deinen Kaffee, aber den bekommst du zurück, sobald du den Becher im nächsten Café wieder abgibst und hast damit erfolgreich Müll vermieden. Die Becher werden nämlich gespült und weiterverwendet.

Du bist dabei auch nicht an ein bestimmtes Café gebunden, sondern kannst die Becher in jeder teilnehmenden Location, egal ob der Becher sauber oder dreckig ist, wieder abgeben. Und keine Sorge, die Suche nach den teilnehmenden Läden muss nicht in einer Schnitzeljagd enden. Mit der RECUP App kannst du immer sehen, wo der nächste Ort in deiner Nähe ist. Möglicherweise findest du auch mal einen Becher mit einer anderen Skyline, das liegt daran, dass RECUP in München gestartet ist und sich so langsam deutschlandweit aufbaut. Wenn du deinen Becher also morgens mit ins Auto nimmst, um einen kleinen Roadtrip zu starten, ist die Rückgabe in anderen Städten auch kein Problem.





Wir finden, das ist eine ziemlich coole Sache und haben Anna von SCHAMONG gefragt, wie gut das Ganze tatsächlich funktioniert. Sehr viele Menschen finden das System bereits nach dieser kurzen Zeit super cool und verwenden regelmäßig die Becher. Allerdings kaufen die meisten sich den Becher vor Ort und geben ihn direkt auch wieder im gleichen Laden ab. Sie würde sich wünschen, dass noch mehr Menschen auf die RECUPS umsteigen und gemeinsam Müll einsparen. Das Angebot würde wahrscheinlich deutlich besser angenommen, wenn es noch mehr Locations in Köln gäbe, die sich daran beteiligen. Denn so werden die Wege zur Rückgabe eines Bechers kürzer und bequemer.

Einen kleinen Kritikpunkt haben wir dann aber doch gefunden. Und zwar gibt es noch nicht genug Deckel für die RECUPS. Diese kann man nämlich aus Hygienegründen nicht verleihen, sie müssen gegen eine kleine Gebühr gekauft werden und können dann aber immer wieder verwendet werden. Doch zur Zeit sind diese oft vergriffen und man muss auf Einwegdeckel ausweichen oder ganz auf einen verzichten. Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken, der Kaffee lässt sich aus den RECUPS problemlos ohne Deckel trinken (wenn man nicht gerade Fahrrad fährt). Wir sind absolut begeistert von dem Mehrwegbecher-System und sind gespannt, wie viele Locations sich jetzt nach und nach anschließen - denn dann macht das Ganze richtig Spaß!

Hier findest du die Karte, damit du auch direkt weißt, wo der nächste RECUP Becher auf dich wartet:

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