Entdecke die Streetart-Szene von Köln

geschrieben von Rausgegangen

Die Streetart Rausgegangen Walking Tour in Köln

Für alle Urbanart-Interessierte und Köln-Entdecker bietet die Streetart Rausgegangen Walking Tour eine besondere Gelegenheit zwei bekannte Viertel von einer ganz neuen Seite zu erkunden

Co-Autor: Sascha Klein und StreetArt Ehrenfeld

1. Am Bürgerzentrum Venloer Straße

Die Tour beginnt in Ehrenfeld am Bürgerzentrum auf der Venloer Straße. Dort begegnen dir bereits eine Menge Arbeiten bekannter Street Artists. Besonders erwähnenswert ist zum einen das Werk des Berliner Street Art Duos Herakut, das im Rahmen des CityLeaks Festivals 2011 entstanden ist. Auf der anderen Rückseite des Bürgerzentrums ist das Mural „Sink Big“ der Ehrenfelder Künstlergruppe Captain Borderline zu bestaunen. Dort wird die jüngste Finanzkrise als eine große Sintflut dargestellt.

2. TOTER HASE

Beim Blick in die Senefelderstraße springt einem das drastische Bildnis eines gehäuteten Hasen entgegen. Der belgische Street Artist ROA, der weltweit bekannt ist für seine ebenso großformatigen wie fotorealistischen Tierdarstellungen, zeigt uns hier ganz unverblümt, was wir gerne hinter Schlachthofmauern verdrängt wissen wollen.

3. BAHNHOF EHRENFELD

Die Gruppe Captain Borderline hat auch das nächste Kunstwerk auf der Route geschaffen. Das sogenannte Edelweißpiraten-Denkmal befindet sich neben der Straßenunterführung Venloer Straße am Ehrenfelder Bahndamm, nicht weit von dem Ort, an dem Mitglieder der Kölner Widerstandsbewegung während der NS-Zeit hingerichtet wurden.

4. CITYLEAKS WALL IN DER HELIOSSTRASSE

Diese drei Murals entstanden während des CityLeaks Festivals 2017. Das Künstlerkollektiv Guapo Sapo setzt sich aus den drei Künstlern Jumu, Isakov und Krash Kid zusammen. Direkt unterhalb des Helios Leuchtturms stechen diese drei abwechslungsreichen und bunten Werke besonders ins Auge.

5. BUNTE STREET ART

Das Gebiet rund um den Leuchtturm ist voller Street Art und Graffiti und verändert beinahe täglich sein Gesicht. Ganze Fassaden werden hier zu Gesamtkunstwerken aus unzähligen Tags, Stencils, Paste-ups, Kacheln und Stickern.

6. MATRIARCHY

Das Mural "Matriarchy" vom ukrainischen Street Artist Aleksei Bordusov aka AEC vom Künstlerduo Interesni Kazki gilt als eine Hommage an die Frau. Dieses Werk ziert die Vogelsanger Straße seit dem CityLeaks Festival 2017.

7. EHRENFELDER BAHNDAMM

Initiator für die künstlerische Gestaltung des Ehrenfelder Bahndamms war der Verein Colorrevolution e.V.. Die meisten Murals entstanden 2013, wurden in den Folgejahren aber teilweise erneuert und ergänzt. Die Ehrenfelder Künstler Huami und Layla Xing bemalen die Wand mit indischen Mustern und Figuren, während daneben der baskische Künstler Xabier XTRM das Bild einer überdimensionalen Taube schuf. Das große Mural der Künstlergruppe Captain Borderline trägt den Titel „Surveillance of the Fittest“ und setzt sich kritisch mit dem immer noch aktuellen NSA-Spionage-Skandal auseinander: Der amerikanische Adler setzt sich aus unzähligen Überwachungskameras zusammen und thront über einer riesigen Herde von eingepferchten Schafen.

8. MURAL FÜR VIVA CON AGUA

Die nächste Station auf der Street Art Tour ist das Mural für Viva con Agua, geschaffen von den Graffiti-Künstlern Minze und Zocker. Zu sehen sind Verweise auf die Trinkwasser-Initiative Viva con Agua (Wassertropfen), bunte, geometrische Farbflächen und die große Darstellung eines Kindes.

9. BAHNDAMM TEIL 2

Jetzt kommst du zu einem anderen Teil des Bahndamms, der ebenfalls durch Straßenkunst geschmückt ist. Hier gibt es unter anderem Arbeiten von Captain Borderline (Theater, historische Postkarte), den aus Barcelona stammenden Künstlern Pez (Wimmelbild mit grinsenden Fischen) und Zosen (bunte Farbflächen, Objekte und Worte), dem Berliner Street Artist El Bocho (Hipster-Mädchen) und dem Ehrenfelder Huami (Mädchen mit Zauberstab) zu entdecken.

10. WASSERBAND VOM BRASILIANISCHEN KÜNSTLER ZEZÃO

In der Hansemannstraße ist das blaue Wasserband vom brasilianischen Künstler Zezão an einer Hauswand zu sehen. Es ist das Markenzeichen des Künstlers, das er zu immer neuen Gebilden formt.

11. BESONDERE STREET ART

Ein Schmetterling oder eine Maus? Wundervolle Fantasiewesen lassen sich auch in kleinen Seitenstraßen finden.

12. M-CITY: DIE MÜHLEN DER INDUSTRIE

Der aus Polen stammende Street Artist M-City zeigte 2013 im Rahmen von CityLeaks sein besonderes Können was Stencils betrifft auf einer Fassade in der Vogelsanger Straße: der Erdball wird von einem bedrohlichen industriellen Räderwerk in die Zange genommen.

13. GPO-WAND

Die Athener GPO Crew hat sich in ihrem Mural in der Piusstraße auf ganz verschiedenen Ebenen mit der Kölner Geschichte befasst. Das zerstörte Köln nach dem Krieg, der Handel mit griechisch-byzantinischer Kunst im Mittelalter und die psychedelischen Klangfarben der Kölner Krautrockband Can – all das kommt im bunten apokalypischen Gewusel der griechischen Künstler zusammen.

14. Claudio Ethos: Der kniende Mönch

Claudio Ethos aus Brasilien schuf 2011 die surreale Darstellung eines knienden Mönches, in der sich die ambivalente Rolle des Christentums und der Mönche während der europäischen Kolonisierung Südamerikas widerspiegelt.

15. INTI

An der nächsten Station begegnet einem eine typische Figur des chilenischen Künstlers Inti, die mit ihren vielen Objekten als Repräsentant der indigenen Kultur Südamerikas gelesen werden kann.

16. KÖLNER PANORAMA

Auch das beliebte Motiv des Kölner Stadtpanoramas findet in der Urban Art Szene Beachtung. Viele Hauswände in der Stadt sind damit dekoriert.

17. ECB IM HINTERHOF

Das riesige Porträt eines alten Mannes in Grau von Hendrik Beikirch alias ECB befindet sich im Hinterhof der Bismarckstraße 72 und zeigt einen Obdachlosen aus New York. Es entstand im Jahr 2013 im Rahmen einer Ausstellung des Künstlers in der damals hier ansässigen Galerie Ruttkowski;68.

18. SEPE UND CHAZME: GENTRIFIZIERUNG

Ein kurzer Abstecher in die Moltkestraße lässt den Blick auf das Mural des polnischen Duos Sepe und Chazme schweifen, die sich hier gekonnt mit dem Problem der Gentrifizierung in unseren Großstädten befassen.

19. IT’S THE COLOGNE WAY

Im Jahr 2017 brachte der Kölner Graffiti-Künstler Henning Hüttner eine Hausfassade auf der Antwerpener Straße zum Blühen. Bunte Blüten, Bienen und Paradiesvögel verbreiten hier nichts als Liebe: It’s the Cologne way! Hüttner hat im ganzen Viertel außerdem zahlreiche Stromkästen mit bunten Comic-Gesichtern und Kölner Motiven gestaltet.

20. BORIS HOPPEK

Provokant geht es mit der Darstellung eines asiatischen Jungen weiter, der einem schwarzen Jungen eine Eistüte über den Kopf kippt. Der Künstler Boris Hoppek setzt sich in seinen Arbeiten stets mit moralischen Tabus auseinander.

21. STREET ART GESAMTKUNSTWERK

Die Fassade eines Friseursalons in der Brüsseler Straße zieren eine Unmenge an Paste-ups, Stickern, Stencils, Tags und Kacheln und es kommen immer wieder neue hinzu. Zu sehen sind hier unter anderem Arbeiten von xxxhibition, Joiny, BlawBlawBlaw, Pez, Planet Selfie, SeiLeise, ARMX, P-Dot und Mister P.

22. DER GRAUE KAPUZENMANN

Auf dem Geländer eines Balkon am Brüsseler Platz sitzt ein Mann mit einer vor dem Gesicht zugeschnürten Kapuze, ganz in Grau passt er sich perfekt der Fassade an. Erst auf den zweiten Blick ist diese ebenso rätselhafte wie unheimliche Gestalt als eine Figur des amerikanischen Künstlers Mark Jenkins zu erkennen.

23. WEITERE STREET ART UNTER ANDEREM VON TIKA, FAITH47 UND VAN RAY

Natürlich gibt es noch viele weitere spannende Street Art Spots in Köln außerhalb der Route, die es sich lohnt zu entdecken. Unter anderem sind die Murals in der Lichtstraße von Captain Borderline, Ripo, Wayne Horse, Zoer und Tec zu empfehlen. Der Innenhof des Clubs Heinz Gaul in der Vogelsanger Straße sind geschmückt mit Stencils von Tuco, die Fassade mit Paste-ups, Stencils, Stickern und Kacheln von vielen anderen Künstlern.

Weitere Orte sind das Gelände des alten Güterbahnhofs Ehrenfeld mit dem Mural von Lucy McLauchlan und das Atelierzentrum Ehrenfeld in der Hospeltstraße mit einer Arbeit von Claudio Ethos und wechselnden Ausstellungen. In der Christianstraße sind Arbeiten von Smash137, ZEDZ und Benren zu sehen, in der Iltisstraße Murals von Captain Borderline, Rami Meiri und The Pony, an der Bahntrasse am Parkgürtel Murals von Dzia, Van Ray und Alexandra Kisselkova sowie vielen Paste-ups.

Am Spielplatz Glasstraße / Wissmannstraße entdeckt man Murals von Faith47, Captain Borderline und Jaime Rodriguez, in der Liebigstraße Murals von Olivier Swiz, Lukas Schmidt und Klaus Klinger und Mayo Brothers. Auch das Belgische Viertel hat noch weitaus mehr zu bieten. In der Richard-Wagner-Straße gibt es eine Arbeit von Captain Borderline. Die Fassade und der Biergarten der Bar Grünfeld an der Ecke Aachener Straße / Brüsseler Straße ist mit einem Mural von TIKA und vielen Stickern und Paste-ups geschmückt.

Wer mehr über die hier genannten ebenso wie über viele weitere Kunstwerke und Künster:innen erfahren möchte, der/dem seien die regelmäßig stattfindenden CityLeaks Street Art Touren (https://t.rausgegangen.de/tickets/shop/cityleaks-urban-art-festival) ans Herz gelegt. Tickets sind über rausgegangen (https://t.rausgegangen.de/tickets/shop/cityleaks-urban-art-festival) buchbar, Sondertouren ab 10 Personen per Anfrage über info@artrmx.com