Nachhaltigkeit - Schritt für Schritt mit Tante Olga

geschrieben von Oksaza

Dass viele Kölner immer bewusster leben und verstärkt auf Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen achten, ist an sich keine Neuigkeit. Auch, dass der Laden Tante Olga mit seinem Konzept einen großen Beitrag dazu leistet, dass nachhaltiges Einkaufen immer einfacher wird, ist ebenfalls für viele nicht neu.

Dennoch sind mir persönlich in meinem Gespräch mit Dinah, einer der drei Gründerinnen, einige Dinge neu erschienen und haben mir viel mit auf den Weg gegeben - und das möchte ich gerne mit dir teilen.

In unserer Blogreihe "Köln ist fair", die wir gemeinsam mit Greenpeace Energy ins Leben gerufen haben, stellen wir regelmäßig lokale Unternehmen vor, die in irgendeiner Art und Weise zur Nachhaltigkeit und Fairness beitragen. Auch wenn es momentan fast schon eine Art Trend ist, sich mit den Themen auseinander zu setzen, ist es doch noch lange nicht die Regel. Daher wollen wir weiterhin genau solche Marken und Unternehmen in den Vordergrund stellen und genauer unter die Lupe nehmen. Mit Greenpeace Energy haben wir dafür genau den richtigen Partner an unserer Seite!

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Das dachten sich wohl auch die Menschen von Tante Olga, denn sie beziehen den Strom schon von Anfang an von dort, da sie ähnliche Werte und Überzeugungen vertreten. Kleines Schmanckerl: Wenn du zu Greenpeace Energy wechselst, bekommst du einen 30 € Gutschein für Tante Olga.

Erst einmal fragst du dich bestimmt, ob bei Tante Olga wirklich eine Olga arbeitet. Tadaa, ja, die gibt es wirklich. Das ist investigativer Journalismus Freunde, dankt mir später! Insgesamt stecken die drei Gründer Olga, Gregor und Dinah hinter dem Projekt, die sich zufällig in einem Workshop zum Thema Zero Waste getroffen haben und den Wunsch hegten, selbst aktiv etwas zu diesem Thema beizutragen. Das Konzept kommt so gut an, dass dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne nun Anfang 2019 ein zweiter Tante Olga-Laden in Nippes eröffnen wird! Und folgendes ist das Konzept: in Kölns erstem Unverpackt-Laden kannst du alle Dinge des täglichen Bedarfs kaufen - unverpackt und in Bio-Qualität. Das Ziel dahinter ist, dem Plastikwahnsinn und sonstigen wilden Verpackungsideen mancher großen Firmen zu entkommen, und natürlich auch wieder bewusster einzukaufen. Statt großen Mengen, weil sie eben so verpackt sind, holt man hier die Produkte genau so, wie man sie braucht. Gleichzeitig entsteht so auch wieder das Wissen um die Wertigkeit, das man in herkömmlichen Supermärkten schnell mal verliert. Du bringst einfach deine eigenen Behälter aller Art mit, wiegst ab, was du gerne mitnehmen magst und produzierst so weder Müll noch Überschuss.

Tante Olga ist dazu auch ein Ort des Austausches, an dem sich viele Gleichgesinnte treffen und über all die Themen, die sie beschäftigen, sprechen können. Daher war es immer wichtig, einen physischen Laden und keinen OnlineShop zu erschaffen. Und weil mich die Atmosphäre dort wirklich inspiriert hat und der Laden so wenig Zeigefinger-Politik versprüht (mal ehrlich, das schlechte Gewissen, das man dann hat, hält oft von einem guten Gespräch ab), habe ich mir ein paar einfache Tipps eingeholt, die eigentlich jeder flott umsetzen kann! Die vier Bausteine refuse, reduce, reuse und rethink kann man übersetzen in folgende Ideen:

Einfach mal "Nein" sagen. Man muss in seinem Cocktail oder Eiskaffee keinen Plastik-Strohhalm haben (die werden zum Glück sowieso bald verboten), nicht-recyclebare Servietten annehmen oder sich die Plastiktüte in die Hand drücken lassen. Im ersten Moment meint man oft, man wäre unhöflich, aber ist es eben überhaupt nicht. Zum Tütenproblem: Einfach immer ein, zwei Beutel in der Tasche haben und die Problematik des Verpackens ist gelöst. 

In der Grundschule hatten wir sie alle, die berühmten Trinkflaschen. Die gibt es in super coolen Designs und Ausführungen, die zudem echt leicht sind, sodass der Griff zur Plastikflasche einfach zu vermeiden ist. Gerade auch durch das Refill-System, mit dem du in allen teilnehmenden Refill-Standorten (hier der Link zu den Kölner Standorten) einfach deine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser nachfüllen lassen oder auch einfach ein Glas Wasser trinken kannst! Die Stationen erkennst du auch an den Stickern, die meist an der Ladentür zu finden sind.

Einfach mal die Frage stellen: Was brauche ich wirklich? Klingt nicht spektakulär, aber bei richtiger Umsetzung kommt da einiges zusammen, was du eben doch nicht brauchst. Mir persönlich hat das Ausmisten dann auch ziemlich viel Spaß gemacht, vor allem das Gefühl danach. Fast schon befreit, weil sich über die Zeit einfach viel ansammelt, das in der letzen Ecke des Schrankes gammelt und dem du keinerlei Wert mehr beimisst - aber andere vielleicht gerade suchen.

Es gibt einige coole Plattformen, auf denen man Gebrauchtes, gut Erhaltenes zu günstigen Preisen erwerben bzw. verkaufen kann. Was du nicht magst, liebt jemand anderes. Dass es ebay und Kleiderkreisel gibt, muss ich dir wohl nicht mehr erzählen; Alternativen wie bespielsweise fairmondo sind dagegen noch unbekannter, legen aber Wert auf fairen Handel von Waren. Daher werden 1% jedes Kaufes an Initiativen gespendet, die sich gegen Korruption einsetzen. Als Verkäufer hast du außerdem die Möglichkeit, den Erlös an andere Organisation weiterzuleiten.

Wichtig ist, glaube ich, dass man sich Schritt für Schritt an das Ganze nähert. Kaum jemand wird von heute auf morgen müllfrei, vegan und nachhaltig in jeder Lebenslage werden; das ist auch nicht das Ziel. Aber wenn man kleine Dinge beachtet, wächst mit der Zeit vielleicht das Interesse und auch der Spaß, sich weiter damit auseinander zu setzen.