Das sagt der/die Veranstalter:in:
MaerzMusik 2026 eröffnet mit Georg Friedrich Haas’ mikrotonaler und zugleich eindrucksvoller performativer Komposition 11.000 Saiten. In der spektakulären Architektur des MaHalla werden 50 Pianist*innen um das Publikum herum platziert und erzeugen gemeinsam mit den Musiker*innen des Klangforum Wien ein immersives Klangerlebnis. Die dynamische Bandbreite reicht von wuchtigen Klangmassen bis hin zu filigranen Klanginseln.
11.000 Saiten geben sehr viel Spielraum für neue kompositorische Kombinationen und Klänge, umso mehr, als jedes Klavier minimal anders gestimmt ist: in einem Abstand von zwei Cent, was zwei Hundertsteln eines Halbtons entspricht. Die kreisrunde Positionierung der Instrumente vergleicht Georg Friedrich Haas mit einem riesigen Getriebe aus lauter Uhren, in welchem jede einzelne ein wenig anders geht und trotzdem – oder gerade deshalb – alles zusammenstimmt. Mit seinem Vorgehen unterläuft der österreichische Komponist Erwartungen – auch diejenigen an mikrotonale Kompositionen: „Haas’ Komposition reizt unser Gehör: Die räumlichen und musikalischen Effekte haben die Kraft, eine Art Kribbeln zu erzeugen, das in seinen Bann zieht.“ (The New York Times) Ihm ist der harmonische Raum der wohltemperierten Klänge zu eng geworden, in denen Klänge in Stufen angeordnet sind. Sein mikrotonales Universum mit sich verschiebenden Stimmungen lässt den Ohren die Freiheit, durch einen Raum zu gleiten, der anstelle von Stufen von Wellen durchzogen ist. Es ist ein schwereloses, vom Ballast statischer Konstruktionen befreites Hören. Mit 11.000 Saiten wirft Haas „Fragezeichen ins Getriebe der europäischen Musik“ und lässt damit die Zuhörer*innen in den Resonanzen mancherlei Antwort und neue Frage finden.
Der inspirierende Funken zu 11.000 Saiten zündete in einer Klavierfabrik im chinesischen Ningbo, die Peter Paul Kainrath, der Künstlerische Leiter des Klangforum Wien, besuchte. Dort werden neue Klaviere testweise, bevor sie das Werk verlassen, für 24 Stunden automatisch von Maschinen gespielt – eine Situation, die als Spur in Haas’ Komposition weiterlebt, wenn die 50 Pianist*innen ihren Einsätzen mit Hilfe von synchronisierten Tablets folgen. Teil des Konzepts ist zudem die Einbeziehung lokaler Künstler*innen und Hochschulen, die gemeinsam mit dem Klangforum Wien das Stück zu gefeierten Aufführungen in unter anderem Bozen, Amsterdam, Düsseldorf und New York brachten. Der Berliner Aufführungsort greift die Geschichte der Klavierfabrik gleichsam auf: Der Kulturort MaHalla ist zugleich ein Industriedenkmal der ehemaligen AEG-Werke in Oberschöneweide, ein Drehkreuz der Berliner Industrialisierung.
Programm
Georg Friedrich Haas
11.000 Saiten (2023)
für 50 mikrotonal gestimmte Klaviere und Kammerorchester
Besetzung
Klangforum Wien
Vimbayi Kaziboni – Leitung
Vera Fischer – Flöten
Gregory Chalier – Flöten
Markus Deuter – Oboe
Bernhard Zachhuber – Klarinetten
Hugo Queiròs – Klarinetten
Álvaro Collao Leon – Saxofon
Christian Walcher – Fagott
Christoph Walder – Horn
Anders Nyqvist – Trompete
Mikael Rudolfsson – Posaune
Florian Juncker – Posaune
Krassimir Sterev – Akkordeon
Miriam Overlach – Harfe
Florian Müller – Cembalo
Johannes Piirto – Celesta
Alex Lipowski – Schlagwerk
Lukas Schiske – Schlagwerk
Gunde Jäch-Micko – Violine
Judith Fliedl – Violine
Annette Bik – Violine
Paul Beckett – Viola
Dimitrios Polisoidis – Viola
Benedikt Leitner – Violoncello
Andreas Lindenbaum – Violoncello
Jonathan Heilbron – Kontrabass
Berliner Pianist*innen
Preisinformation:
Eintritt frei, kostenloses Ticket erforderlich.
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