"Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild, Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht Sein Stündchen auf der Bühn' und dann nicht mehr Vernommen wird; ein Märchen ist's, erzählt Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, Das nichts bedeutet." Macbeth, eine der letzten großen Tragödien Shakespeares, ist vielleicht sein dunkelstes und konsequentestes Stück - spiegelt es doch eine grausame Zeit: Christlicher Fundamentalismus, Krieg und Gewalt, Absolutismus und Willkürjustiz bestimmen die Tragödie um einen ruhmvollen Krieger, der nach einer Prophezeiung zum Verbrecher und Tyrannen wird. Das Stück ist aber mehr als die Geschichte eines Mannes, der von ein paar Hexen zum Bösen verführt wird. Der Glaube des Individuums an sich selbst und seine Handlungsmacht, an die Verbindlichkeit von Wirklichkeit und Wahrheit, ist hier zutiefst erschüttert. Dunkle Kräfte wirken – in jedem einzelnen Menschen, in der sich immer wiederholenden Historie, in Machtstrukturen sowie in Bildern, Fantasien und Erzählungen. Shakespeare fragt in seiner blutigen Parabel, was an Bösem, an Ehrgeiz nach Macht, an Irrationalem in jedem von uns steckt. Ein Blick ins diffuse Dunkel menschlicher Abgründe. Angst bestimmt diesen Blick – wie das tyrannische Handeln, den Aufstieg und Fall des Macbeth. https://youtu.be/X2E0Oc6NZis Regie Tilmann Köhler Mit Ulrich Matthes, Maren Eggert, Matthias Neukirch, Thorsten Hierse, Felix Goeser, Elias Arens, Timo Weisschnur Vorstellung mit englischen Übertiteln