FOTO: © Arno Declair

Marat/Sade

lottery helmuts-list-berlin ah_stage schauspiel regisseur stefan pucher bezieht peter weiß' stück auf die heutige situation der demokratie

Wer ist das Volk? Wann beginnt Demokratie, wo hört die Mündigkeit auf und wie tief ist die Gewalt im Volk verwurzelt? Wie passen Individualismus und politische Bewegung eigentlich zusammen? Stefan Pucher inszeniert revolutionär den modernen Klassiker. Großartig!

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Mit Felix Goeser, Daniel Hoevels, Michael Goldberg, Katrin Wichmann, Bernd Moss, Benjamin Lillie, Anita Vulesica; Chikara Aoshima, Michael Mühlhaus und den Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Johanna Meinhard, Tabitha Frehner, Victor Tahal, Viktor Nilsson, Johannes Nussbaum, Thomas Prenn, Mascha Schneider, Sonja Viegener, Daniel Séjourné, Juno Zobel

"In einer Gesellschaft von Verbrechern grub ich das Verbrechen aus mir selbst hervor, um es zu erforschen…"

An der Konfrontation von Marquis de Sade und dem Wortführer der französischen Revolution Jean Paul Marat interessiere ihn der Konflikt zwischen dem äußersten Individualismus und der Idee einer politisch-sozialen Umwälzung, so Peter Weiss über sein 1965 uraufgeführtes Stück. Zu welchen Extremen der Individualismus sich entwickelt, hatte er damals kaum ahnen können und gleichzeitig nicht, wie radikal sich damit die Frage der gesellschaftlichen, politischen und religiösen Zugehörigkeit stellt. Doch nicht nur das Spannungsfeld zwischen Individualismus und politischer Bewegung beschäftigt Peter Weiss in Marat/Sade . Zentral ist auch das Verhältnis zur Gewalt. Bezeichnenderweise tut sich sein Marquis de Sade, Namenspatron des "Sadismus", mit der realen Anwendung von Gewalt schwerer als der Ideologe Jean Paul Marat. Das Spektrum der Gewaltformen umfasst dabei nicht nur Staatsterrorismus, Säuberungen, Kriege und die pervertierten Gewaltanwendungen der Folter, sondern auch die Gewalt der Straße. Was zu der vielleicht aktuellsten Frage führt, die Peter Weiss, der am 8.11.2016 hundert Jahre alt geworden wäre, mit seinem Stück stellt: Wer ist das Volk? Welches Maß an Mündigkeit ist ihm zuzutrauen, welche Gefahren der Manipulation und des Rückfalls in Barbarei bestehen? Und in welchem Dilemma zwischen Fortschritt und Rückschritt steht damit die Demokratie?

https://youtu.be/AXYsgsGff00

Preisinformation:

5,00-48,00€

Location

Deutsches Theater Berlin
Schumannstr. 13 a
10117 Berlin

Hol dir jetzt die Rausgegangen App!

Sei immer up-to-date mit den neuesten Veranstaltungen in Berlin!