Krieg ist ein Ort der Gewalt – und der umkämpften Erzählungen. Journalistisches Arbeiten in bewaffneten Konflikten steht unter besonderem Druck: Zugang ist begrenzt, Quellen sind gefährdet, Deutungen werden politisch instrumentalisiert. Gleichzeitig können Berichte rechtliche, diplomatische und gesellschaftliche Folgen haben. Dieser Diskussionsabend widmet sich der Frage, welche Verantwortung Journalismus im Krieg trägt – gegenüber den Betroffenen, gegenüber dem Völkerrecht und gegenüber einer Öffentlichkeit, in der antisemitische Deutungen eine reale Gefahr darstellen.
Wie spricht man über einen Konflikt, der alles zerreißt - Debatten, Freundschaften, Gewissheiten? Über den viele sagen: Darüber kann man nicht sprechen. Wir versuchen einen Anfang. Dieser Diskussionsabend fragt nach journalistischem Arbeiten im Krieg, nach einer spezifischen deutschen Verantwortung und unseren Bewertungsmaßstäben angesichts massiver Angriffe auf das Völkerrecht weltweit. An diesem Abend werden keine einfachen Lösungen angeboten. Stattdessen wird gesprochen - tastend, widersprüchlich, miteinander.
Ausgangspunkt ist eine international viel beachtete Recherche von Paper Trail Media über einen israelischen Soldaten aus München, dem vorgeworfen wird, im Gazastreifen Zivilisten erschossen zu haben. Die Recherche wirft völkerrechtliche Fragen auf, die inzwischen auch Gegenstand juristischer Prüfungen sind. Ein mutmaßlicher Rechtsbruch steht im Raum – dem aus journalistischer und völkerrechtlicher Sicht nachgegangen werden muss. Zugleich stellt sich die Frage, wie solche Vorwürfe journalistisch überprüft, eingeordnet und vermittelt werden können, ohne zu pauschalisieren, zu dämonisieren oder israelbezogene Ressentiments zu bedienen.
Wie lassen sich Ambiguitäten aushalten, wenn es keine einfachen Antworten gibt?
Die Diskussion bringt journalistische und völkerrechtliche Perspektiven zusammen: Mit den Völkerrechtlern Prof. Dr. Christoph Safferling und Dr. Alexander Schwarz diskutieren die Reporterin Hanna Resch und die Investigativjournalistin Maria Retter.
Der Abend versteht sich als Einladung, Komplexität sichtbar zu machen und verantwortungsvoll miteinander ins Gespräch zu kommen – über Krieg, Recht und die Bedingungen öffentlicher Wahrheit.
Preisinformation:
10 €
Gemeinsam Events erleben
Events werden noch schöner wenn wir sie teilen! Deshalb kannst du dich jetzt mit Friends und anderen Usern vernetzen um Events gemeinsam zu besuchen. Loslegen