Komponist Georg Friedrich Händel. Libretto von einem unbekannten Bearbeiter nach dem Libretto von Antonio Fanzaglia zu der Oper L’isola di Alcina von Riccardo Broschi, basierend auf dem 6. und 7. Gesang aus dem Epos Orlando furioso von Ludovico Ariosto.
Dramma per musica in drei Akten (1735)
empfohlen ab 14 Jahren
In italienischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.
Einführungen finden jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (ausgenommen am Premierenabend) im Gartensaal statt. Sitzplätze nur begrenzt vorhanden, Dauer ca. 20 Min.
Beschreibung
Ein geheimnisvolles Reich, beherrscht von einer legendären Königin – Alcina ist alles zugleich: stark, mächtig, klug und von betörender Schönheit. Immer wieder lockt sie fremde Männer auf ihre Insel, die ihrem Ruf folgen, und immer wieder hofft Alcina, endlich die wahre Liebe zu finden. Doch stets endet ihr Traum in Enttäuschung. Die Spuren vergangener Liebschaften durchziehen das Land – einstige Verehrer, nun magisch verwandelt und in der Flora und Fauna der Insel gefangen. Doch als Ruggiero die Insel betritt, ist Alcina überzeugt: Diesmal ist es der Richtige! Indes erscheint noch ein weiterer „Mann“: Ruggieros Verlobte Bradamante, als ihr Bruder Ricciardo verkleidet, auf der Suche nach Ruggiero. Als dann auch noch Alcinas Zauber allmählich zu schwinden beginnt, gerät alles ins Wanken.
„Er ist unser aller Meister“, urteilt Joseph Haydn 1791 über Georg Friedrich Händel. Und ohne Frage gehört die Zauberoper Alcina zu dessen meisterhaftesten Partituren. Sie ist nach Ariodante seine zweite Oper für das neu gebaute Covent Garden Theatre – und auf die Sensationslust des Londoner Publikums ausgerichtet. Doch sind es nicht bloß die Bühneneffekte, die dieses Werk so besonders machen: Händel schrieb eine farbenreiche Musik und zeichnet ausdifferenzierten Charaktere, die deutlich über den üblichen Rahmen der barocken Opera seria und ihrer Figurentypisierung hinausreichen. Regisseurin Johanna Wehner dockt genau hier an: Sie sieht Alcina nicht bloß als Herrscherin und Zauberin, sondern auch als menschlich, fehlbar, gekränkt; im ständigen Zwang, einem Ruf gerecht zu werden. Eine Frau, die funktionieren muss, sich aber nach wahrer Liebe sehnt – und ständig verletzt und enttäuscht wird. Und so steht für Wehner ganz besonders eine Frage im Zentrum: Wie viel muss ich sein, damit ich genug bin?
Regieteam
Johanna Wehner ist Absolventin des Schauspiel- und Opernregiestudiengangs an der Theaterakademie August Everding, „Faust“-Preisträgerin und wurde von der Zeitschrift Theater heute mehrfach als beste Nachwuchsregisseurin nominiert. Charakteristisch für ihre Arbeit ist die Erschaffung atmosphärisch-düsterer und eigenwillig skurriler Weltentwürfe. Alcina ist ihre erste Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper. An ihrer Seite stehen dabei der Bühnenbildner Benjamin Schönecker und die Kostümbildnerin Ellen Hofmann, die in langjähriger, enger Zusammenarbeit mit Wehner verbunden sind. Die musikalische Leitung übernimmt Stefano Montanari, der zuletzt als musikalischer Leiter von La Fille du régiment zu erleben war. Als ehemaliger erfolgreicher Barockgeiger, dessen Kernrepertoire auch als Dirigent die Opern des 17. und 18. Jahrhunderts ist, steht somit ein Meister des Fachs am Pult.
Produktionsteam
Musikalische Leitung: Stefano Montanari
Inszenierung: Johanna Wehner
Bühne: Benjamin Schönecker
Kostüme: Ellen Hofmann
Licht: Matthias Singer
Dramaturgie: Saskia Kruse
Bayerisches Staatsorchester
Preisinformation:
Preis variiert je nach Sitzplatzkategorie: Preise PB , € 132 /104 /76 /42 /32