In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden in den Jahren nach der nationalsozialischen Machtübernahme im Jahr 1933 verzweifelt, sich ins lebenssichere Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab.
Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen - ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Da Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen.
Susanne Heims neues Buch „Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen: 1933–1945“ erscheint in der Reihe „Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung“ im Februar. Es ist ein grundlegendes Werk: Noch nie wurden die internationale Flüchtlingspolitik und ihr dramatisches Scheitern so umfassend beschrieben. Eine notwendige und beklemmende Lektüre, denn die demokratischen Staaten scheinen bis heute nur wenig dazugelernt zu haben.
Im Gespräch:
🐾 Susanne Heim ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie leitete die wissenschaftliche Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“, war Gastprofessorin in Wien und forschte in renommierten Archiven und Institutionen in Europa und den USA.
🐾 Jan Feddersen moderiert diesen taz Talk, er ist taz-Redakteur für besondere Aufgaben sowie Kurator der taz Talks und des taz lab.
Die Veranstaltung findet in der taz Kantine und im Livestream statt. Bei Teilnahme der Veranstaltung in der taz Kantine bitten wir um eine Anmeldung über: https://taz.de/taz-Talk-mit-Susanne-Heim/!vn6146234/
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