Die Performance „As If a Tiny Hoof Turned Me Into a Goat“ („Als hätte mich ein winziger Huf in eine Ziege verwandelt“) folgt der Logik eines Volksmärchens. Sie entfaltet sich in einer fragilen Spannung zwischen Trauer, Vorfreude, tiefer Melancholie, kindlicher Naivität, Absurdität und der Unumkehrbarkeit der Verwandlung.
Während der Performance wird das Gedicht „And Here We Are Again“ wiederholt vorgetragen. Diese ständige Wiederholung erzeugt eine obsessive Schleife, die allmählich Spannung aufbaut und den Text in eine Art Beschwörungsformel verwandelt, als wolle man die Zeit zurückdrehen.
Die Idee geht auf die Figur des Dichters Gor’usha zurück, der vor einiger Zeit an einer HIV-bedingten Krankheit verstorben ist. Mit seiner vorherigen Zustimmung tauchen seine Gedichte weiterhin in den Werken von Andrei Dmitrenko auf.
Was dabei entsteht, ist eine unmögliche Präsenz: ein stilles Zeugnis von jemandem, der bereits zur Erinnerung geworden ist.
Die Performance „As If a Tiny Hoof Turned Me Into a Goat“ ist Teil der Ausstellung Inter(-)Views, die noch bis 3. Juni in der HGB Galerie zu sehen ist (Di.-Fr. 14-18 Uhr).