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Architektur Sommer: Maklerpoesie - Von schönen Worten und Wirklichkeiten

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In Immobilienanzeigen ist oft von „ruhigen Seitenstraßen im bunten Quartier“ die Rede – vor Ort wirkt vieles längst anders. Was in Exposés als „urban, kreativ und einzigartig“ angepriesen wird, empfinden zahlreiche Anwohnende inzwischen als beschönigend, störend oder schlicht realitätsfern. Eine Ausstellung nimmt aktuelle Immobilienangebote deshalb kritisch in den Blick.

St. Pauli und die angrenzenden Stadtteile haben sich in den letzten Jahren durch deutliche Gentrifizierungsprozesse stark verändert. Das Gebiet ist begehrt – bei Wohnungssuchenden ebenso wie bei Investor*innen. Gleichzeitig nimmt der Besuchsdruck durch Vergnügungs- und Ausgehpublikum weiter zu, was sich spürbar auf die Wohnqualität in den einzelnen Quartieren auswirkt.

Während Maklertexte weiterhin mit idyllischen Bildern arbeiten, klafft die Lücke zwischen Werbesprache und Alltag vielerorts auseinander. Auch die Vermarktung neuer Bauprojekte mit Namen wie „Schanzenkind“ oder „Pauline“ wird von vielen als anbiedernd und vereinnahmend wahrgenommen.

Das St. Pauli-Archiv stellt in der Ausstellung beispielhafte Formulierungen aus Wohnungsanzeigen und Neubauankündigungen aus St. Pauli und den Nachbarstadtteilen zusammen, prüft sie kritisch und setzt sie in Beziehung zu den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort. Wie viel Wirklichkeit steckt in der Maklerpoesie – und was bleibt reine Behauptung?

Location

Wohl oder Übel
Wohl oder Übel Wohlwillstraße 10 20359 Hamburg

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