FOTO: © Birgit Hupfeld

Archiv der Tränen

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Das sagt der/die Veranstalter:in:

«Hier sind ihre Tränen in guter Nachbarschaft»

In «Archiv der Tränen» erfindet Magdalena Schrefel einen Raum der Erinnerung, in dem das wohl flüchtigste Zeichen menschlicher Empfindung aufbewahrt wird – die Träne. In diesem universal menschlichen, salzigen Sekret, das dem Organ unseres Gesichtssinns entweicht, dem Auge, scheinen sich Körper und Emotion, Psyche und Chemie auf fast alchemistische Weise zu verbinden: Gefühle – ob Rührung, Trauer oder Freude – werden in eine Sprache des Körpers übersetzt. Und so stattet die Dramatikerin ihr Archiv mit rätselhaften Apparaturen, Tränenzentrifugen und Phiolen aus, um das Geweinte zu verzeichnen und aufzubewahren. Es gilt, jene Geschichten ahnend zu extrahieren und zum Klingen zu bringen, die in dieser Flüssigkeit, die wie der Ozean schmeckt, verborgen sind. Es sind die flüchtigen, in sozialer Distanzierung nicht veröffentlichten oder übersehenen Erzählungen, die Schrefels Archiv zu bewahren versucht, Momentaufnahmen und sprachlich hochverdichtete Splitter menschlicher Erfahrungen. Denn das Archiv ist der Raum einer Hoffnung – auf eine Zukunft, in der das Vergangene nicht verloren ist, sondern Körper und Stimme wird. Die Uraufführung von «Archiv der Tränen», einem Auftragswerk für das Residenztheater, wird von Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach inszeniert, die bereits mit «Die Unerhörten» verdrängten Stimmen auf hochmusikalische Weise Gehör verschafft hat.

«In jeder Träne kristallisiert sich die Welt. Was wäre, wenn es ein Archiv gäbe für sie, wenn es schon immer eines gegeben hätte? In dem Tränen gespeichert würden, zumindest eine Zeit lang. Was würde geschehen, wenn wir systematisch Tränen konservieren würden, zum Beispiel indem wir sie trocknen oder einfrieren? Um sie dann aus einiger Distanz zu betrachten, wie in einem Kaleidoskop oder auf der Bühne: Bin das ich oder ist das meine Traurigkeit? Und welcher Ordnung folgen deine Tränen?» Magdalena Schrefel

Location

Marstall
Marstallplatz 4
80539 München

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