Was passiert eigentlich, wenn sich Künstler*innen offen zu einer spirituellen Praxis bekennen? Warum ist Spiritualität so verpönt – zumindest in der westlichen Kunstwelt?
Wir zeigen ein einzigartiges Kurzfilmprogramm über Spiritualität als Form des Widerstands – dekolonial, kreolisch, feministisch – ausgehend von den Malereien des haitianischen Voodoo-Priesters und Künstlers André Pierre in der Sammlung Museum Ostwall.
Eine der berühmtesten Filmemacher*innen, die sich zum Voodoo bekannte war Maya Deren. In Haiti verband Deren sich mit den ‚Loas‘ des Voodoo und widmete sich dieser Praxis fortan in ihren Filmen und Büchern. Denn: Voodoo glaubt man nicht, man praktiziert es! Deren lernte viel von dem Voodoo Priester André Pierre; der wiederum fand durch die Filmemacherin zur Malerei.
Das künstlerische Kurzfilmprogramm verwebt Malerei, Film, Tanz und Spiritualität in Bezug auf haitianischen Voodoo und seine tiefen Wurzeln im dekolonialen Widerstand.
Kurzfilmprogramm:
In the Mirror of Maya Deren, Matrina Kudláček, 2001, 103‘ (Ausschnitt)
Wer war Maya Deren? Eine der enigmatischsten Figuren der Filmgeschichte zu entschlüsseln gelingt der österreichischen Regisseurin Martina Kudláček in ihrem augenöffnenden Dokumentarfilm auf einzigartige Art und Weise. Seltene Interviews mit der Tänzerin Katherine Dunham und dem Maler André Pierre geben einen Einblick in das Glaubenssystem, das Derens Leben veränderten: haitianischer Voodoo.
At Land, Maya Deren, 1944, 15‘
„An Land“ hat sich Maya Deren nie so richtig wohl gefühlt. Die als Eleanora Derenkovskaya geborene ukrainische Künstlerin lies sich von ihrem Ehe- und Kameramann Alexander Hammid einen neuen Namen geben: Maya, das Wasser. In At Land entwerfen beiden surrealistische Welten, die uns von einem Traum in den nächsten führen.
Katherine, Esery Mondesir, 2019, 3‘
Esery Mondesir widmet sich in diesem experimentellen Kurzfilm einer Schlüsselfigur in Maya Derens Leben: Katherine Dunham. Es war niemand anders als diese berühmte Tänzerin, Anthropologin und Aktivistin des Civil Right Movements, die Deren in die haitianische Tanzkultur einführte. Mondesir überarbeitete found footage Material, das Dunham in Haiti zeigt.
Fly, Fly Sadness, Miryam Charles, 2015, 6‘
Miryam Charles gehört zu einer neuen Generation von Künstler*innen der haitianischen Diaspora. Surrealistische Elemente verbinden sich mit hypnotischen Landschaften und einer ‚verfluchten‘ Geschichte.
A Fortress, Miryam Charles, 2018, 6‘
In diesem auf körnigem 16mm gedrehten Experimentalfilm erzählt die Künstlerin mit haitianischen Wurzeln von der übersinnlichen, spirituellen Kraft Haitis: die DNA der Insel soll Verstorbene wieder zum Leben erwecken.
Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung von Art on the MOve, einer Kooperation von Museum Ostwall und Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln.
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