asphalt N° 14 kommt! Zwei Bühnen-Highlights sind bereits jetzt im Vorverkauf! Das vollständige Festivalprogramm folgt im Mai.
Radikal, lebendig, kompromisslos: Das Werk von Florentina Holzinger zählt zum Eindrucksvollsten, was der Kulturbetrieb derzeit zu bieten hat. Bei der Biennale 2026 in Venedig wird Holzinger ihr Heimatland Österreich repräsentieren, ab der Spielzeit 2026/27 ist sie Teil des künstlerischen Leitungsteams der Berliner Volksbühne. In exzessiven Bühnenspektakeln befreit die Wiener Choreografin den weiblichen Körper von Schönheitsnormen und Rollenmustern, um ihn in seiner ganzen Verletzlichkeit und Stärke zu zeigen. Das asphalt Festival zeigt Holzingers genresprengenden Arbeiten seit Karrierebeginn und präsentiert nun als Koproduktion ihre neueste Arbeit.
Ursprünglich ist 1816 als das »Jahr ohne Sommer« in die Geschichte eingegangen. Nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien ist der Himmel voller Asche, die Sonne verschwunden, die Ernten sind ausgefallen – und die Welt hungert. Die kalten Sommermonate verbringt die 18-jährige Mary mit anderen Dichter*innen am Genfer See, wo Sturm und Dunkelheit sie zu Gruselgeschichten inspirieren. Mary denkt sich Dr. Frankenstein aus, ein wissenschaftliches Genie, das die Natur zwingt, sich seinem Willen zu beugen, und mit seinem aus Leichenteilen zusammengesetzten Monster in der Destruktion endet.
Florentina Holzinger und ihr Ensemble erkunden Geschichten über Körper, Gesundheit und Identität, unseren Verfall und unsere Umwelt: das Streben nach Unsterblichkeit im 21. Jahrhundert, medizinische Versprechungen zur Verjüngung, bis hin zu den Gefahren eines unkontrollierten technologischen Wachstums in einer von KI, Robotik und Bioengineering geprägten Welt. »A Year without Summer« erzählt von der Verbesserung der Natur bis zur Perversion und ist ein Versuch, die Verheißung des ewigen Lebens gegen den sicheren Tod auszuspielen. Holzingers neuester Theatercoup ist eine Mischung aus Musical und Horrorgeschichte, eine Gratwanderung zwischen absolutem Schrecken und großer Schönheit mit betörend stillen, sanften Momenten.
Ursina Lardi, Karin Neuhäuser, Sebastian Blomberg, André Jung: Eine Top-Riege von herausragenden Theater-, Film und TV-Schauspieler*innen verkörpert gemeinsam mit Schlagzeuger Willi Kellers Überlebende auf dem Weg zur nächsten Katastrophe – in einer aberwitzigen Mischung aus Brutalität und Zärtlichkeit, Anarchie und metaphysischen Instinkten, Daseinsschmerz und Lebenslust. Das neue, von asphalt koproduzierte Stück von Kultregisseur Thorsten Lensing feiert am 15. Januar 2026 seine Uraufführung in Berlin und ist anschließend im Sommer in Düsseldorf sehen. Lensing verarbeitet in seinem großen Theaterabend unter anderem Texte des bedeutenden US-amerikanischen Gegenwartsautors Denis Johnson und Originalzitate der NASA-Apollo-Missionen zum Mond.
Goldie tut, was sie am liebsten tut: Sie baut ihr Haus um. Ihre Freude dabei ist ebenso ansteckend wie verstörend, denn Goldie ist schwer krank. Sie verdrängt, dass sie im Sterben liegt, und plant eine Zukunft, die sie nicht mehr hat. Ihr Kater Apollo genießt ihre zunehmende Schwäche: Endlich kann er ungestört auf ihr herumliegen und endlos vor sich hin schnarchen. Plötzlich klingelt es und Goldies frisch verliebter Vater steht mit seiner Geliebten vor der Tür. Die beiden sind mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg zum Meer und statten Goldie einen spontanen Überraschungsbesuch ab. Vollkommen unerwartet findet sich der vor Glück beinahe platzende Vater am Sterbebett der eigenen Tochter wieder. Er glaubt sich am Anfang, sie weiß sich am Ende. Im Verlauf von »Tanzende Idioten« erlebt das Publikum gemeinsam mit Goldie alles das, wovon der Abschied schwerfällt: wilde Kajakfahrten, schlafende Kater, ausartende Saunabesuche, tanzende Menschen, den Geruch von frischem Holz, tatkräftige Bauarbeiter, vergessene Erinnerungen eines Babys und den Traum einer Mondlandung …
Regisseur Thorsten Lensing inszeniert seit Mitte der 1990er-Jahre freie Produktionen, zumeist in Koproduktion mit Theatern und Festivals. Dabei arbeitet er stets mit einem festen Stamm an außergewöhnlichen Star- Schauspieler*innen, mit denen er teilweise schon seit 20 Jahren verbunden ist. Beim asphalt Festival war Lensing bereits mit »Unendlicher Spaß« und »Verrückt nach Trost« zu Gast. Lensing ist europaweit erfolgreich, viele seiner Arbeiten sind preisgekrönt. Autor Denis Johnson wird von Kollegen wie Jonathan Franzen, Philip Roth und David Foster Wallace für seine »gänsehäutende«, »uneitel direkte« und »brutal komische« Prosa hochverehrt. Über seine eigene Arbeit sagte Denis Johnson: »Ich würde meine Figuren genauso beschreiben wie mich selbst: Wir sind tanzende Idioten.«
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