auf der suche nach dem verlorenen bagger
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Ein Kind wirft der Welt viele Fragen zu. Die Welt wirft ihm einen Bagger zurück.
Alfi ist erst fünf Jahre alt, aber er stellt schon die Frage aller Fragen: Was ist, wenn man tot ist? Niemand von den Erwachsenen kann seine Frage beantworten, und auch seine Trauer über eine gestorbene Taube, die neben der Bank im Park liegt, wird nicht verstanden: Ein Kind muss doch die Zukunft erobern, statt sich mit der Frage nach dem Tod zu beschäftigen. Es soll groß und stark werden, am besten Nobelpreisträger*in oder Politiker*in – Quengler*in darf es nicht sein. Ein Kind, das sich Gedanken über Trauer und Vergänglichkeit macht, erscheint als Fehler im System.
Wir alle wissen: In der bürgerlichkapitalistischen Gesellschaft dient Konsum der Verdrängung des Todes. Alfi bekommt eine zu große gelbe Jacke, die er eigentlich nicht haben will, zwei Kugeln Eis und – wenn sein geheimer Geheimplan funktioniert – auch einen neuen Spielzeugbagger. Zwar hat er schon einen, aber das ist der hässlichste Bagger auf der ganzen Welt. Er lässt ihn verschwinden und gibt bei der Polizei eine Vermisstenanzeige auf, damit seine Mutter die Ernsthaftigkeit seines Wunsches versteht und ihm einen neuen, schöneren Bagger kauft. Mit Fernbedienung. Und auf dem Rückweg vielleicht noch McDonald’s.
Aber der Plan geht schief: Die Polizistin nimmt den Verlust viel zu ernst, sie geht mit ihm zum Fundbüro, zieht einen Politiker hinzu und wendet sich ans Fernsehen. Die Suche wird zu einem öffentlichen Spektakel ohne Raum für Trauer; und der Tod erscheint nicht mehr als erschreckendes Mysterium, sondern als profane Leere, die um jeden Preis gefüllt werden muss.
Nach dem Erfolg von zwei herren von real madrid eröffnet Leo Meiers neues Stück in nur scheinbar naiver Sprache einen neuen Blick auf die Welt: auf der suche nach dem verlorenen bagger thematisiert den (Nicht-)Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft. Charlotte Weidinger, die mit dieser Inszenierung ihr Regiestudium an der Folkwang Universität der Künste abschließt, erzählt von Kindheit, Trauer und Verlust – und das auf hochkomische Weise.
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27.
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11.
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