FOTO: © Sebastian Sighell

Aurora (Mesophase)

Das sagt der/die Veranstalter:in:
„Aurora (Mesophase) erforscht einen Zwischenraum – den scheinbar fragilen Zustand zwischen zwei Extremen. Es handelt sich um eine Studie der Verwandlung. In ihr können Form, Klang oder Energie jederzeit kippen, je nachdem, welcher Reiz auf sie einwirkt. Aurora (Mesophase) gleicht einem Material, dessen Aggregatzustand weder flüssig noch fest ist: Das Stück befindet sich im ständigen Wandel, kann zu einem von beidem werden, bleibt aber nie eins von beidem. In dem von ihm eröffneten Raum formen selbst die kleinsten Gesten eine eigene Sprache, die die Spannung eines Moments in der Schwebe aufrechterhält.“

– Okkyung Lee

„Ich improvisiere seit fast drei Jahrzehnten auf dem Cello. Manchmal aber langweilt mich das – die Spannungen und die Aufregung über diese immer ‚neuen‘ Entdeckungen sind längst Teil meines musikalischen Vokabulars geworden. Ich möchte sie auch ungern als ‚erweiterte Techniken‘ bezeichnen. Solche Klänge gehören heutzutage einfach zu der Sprache, die Improvisationsmusiker*innen verwenden.

Dennoch gibt es ein paar Klänge, die mich jedes Mal – oder zumindest oft genug – von Neuem begeistern, obwohl ich die Gründe dafür nicht im Einzelnen analysieren möchte. Einer davon ist der reine Klang der Bogenhaare auf den Saiten; die Fülle dieser winzigen Klänge ist total packend. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass diese Klänge für Zuhörer*innen verloren gehen können, wenn sie nicht direkt vor dem Instrument sitzen oder gar ihre Ohren direkt an den Körper des Instruments legen.

Doch stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten all diese kleinen Klänge hören, die mit jeder geringsten Spannung des Bogens ihren Verlauf und ihren Charakter verändern. Das wäre so, als würde man das erste Mal Polarlichter sehen: Man weiß nicht genau, wo sie erscheinen werden, aber man lässt sich auf ihre Bewegung ein. Klar, das ist eine abgedroschene Metapher. Aber wenn man sich darin verliert, kann man eine Art reiner Freude verspüren.

Ich möchte all diese kleinen Details – all diese zerbrechlichen und doch ausdrucksstarken Klänge – einfangen und sie in Musik verwandeln, die zu mehr einlädt als nur zum Staunen über ihre Schönheit. Ich hoffe, dass sie zu einer gemeinsamen Sprache für Interpret*innen wird und ihnen die Möglichkeit erschließt, Lieder zu spielen, zu denen die Zuhörer*innen ihren Körper bewegen oder zumindest mit dem Kopf nicken, wenn auch nur leicht. Ich bin mir nicht sicher, ob jemals jemand mitsingen könnte – aber wer weiß? Im Grunde möchte ich, dass die Menschen diese Klänge einfach als Musik genießen – und zwar wie jede andere Form von Musik auch.“ – Okkyung Lee

Für Aurora (Mesophase) öffnet Okkyung Lee ihre improvisatorische Praxis und gestaltet zusammen mit den Künstler*innen Neasa Ní Bhriain, Caleb Salgado, Dafne Narvaez und anderen eine außergewöhnliche Performance, die sie im Rahmen ihres DAAD-Stipendiums in Berlin entwickelt.

 

Programm

Okkyung Lee

Aurora (Mesophase) (2026)

für Violoncello, Viola, Elektronik und Video

Uraufführung

 

Besetzung

Okkyung Lee – Violoncello

Neasa Ní Bhriain – Viola

Caleb Salgado – Elektronik

Dafne Narvaez-Berlfein – Video

Liz Kosack – Keyboards

Preisinformation:

Eintritt frei, kostenloses Ticket erforderlich.

Location

Berliner Festspiele Schaperstraße 24 10179 Berlin

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