FOTO: © Flyer-Layout: Paula Rohde

Ausstellung EDITION 5 in Berlin-Kreuzberg

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Zwischen Präzision und Prozess: Fünf Perspektiven zur Neuverhandlung bildnerischer Wirklichkeiten

Die Ausstellung EDITION 5 bringt fünf künstlerische Positionen zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Konstruktion und Dekonstruktion von (Bild-)Räumen auseinandersetzen. Im Spannungsfeld zwischen architektonischer Klarheit, fotografischer Präzision, malerischer Freiheit und materieller Vielschichtigkeit untersuchen die Künstler, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und künstlerisch neu ordnen.

Während Mark Hellmann und Claire Kaufmann in ihren fotografischen Arbeiten die Welt präzise beobachten und das Vorgefundene durch Lichtkomposition und handwerkliche Reduktion in eine neue, klare Ordnung überführen, wählen Angelika Richter und Nina Hainmüller den Weg der prozesshaften Abstraktion. Hier entstehen Bildräume nicht durch starre Planung, sondern durch den unmittelbaren Farbauftrag und das Zulassen organischer Strukturen. Franck Schmidt-Husson bricht diese Pole schließlich durch seine vielschichtigen Collagen auf, in denen er Fragmente der Realität dekonstruiert und die materielle Schichtung selbst zum Bedeutungsträger macht.

So wird EDITION 5 von einer bloßen Werkschau zu einer Untersuchung über die Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung: von der bewussten Setzung bis zum gelenkten Zufall, von der dokumentarischen Stille bis zur expressiven Bewegung. Sichtbar werden hier vielfältige künstlerische Zugänge, die Wirklichkeit im geschaffenen Werk hinterfragen, transformieren, ordnen und im Prozess des Schaffens immer wieder neu aushandeln.

Vernissage: Freitag, 26.06.2026 | 18:00 – 22:00 Uhr
Die Ausstellung kann am Tag der Vernissage berets ab 11:00 Uhr besucht werden.
Ausstellungszeitraum: Fr, 26.06. – So, 28.06.2026

Öffnungszeiten:
Freitag: 11:00 – 22:00 Uhr
Samstag/Sonntag: 11:00 – 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Galerie Zimmer48
Zossener Straße 48
10961 Berlin-Kreuzberg
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Der Eintritt ist an allen Tagen frei

Edition 5 auf Instagram: https://www.instagram.com/edition_5_five/

 

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler

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Nina Hainmüller

Nina Hainmüller studierte von 1990 bis 1996 Malerei und Experimentalfilm bei Prof. Heinz Pramann in Siegen. Bereits während und nach dem Studium war sie in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, unter anderem 1994 mit der Einzelausstellung „Motivsuche“ in der Villa Waldrich in Siegen sowie 1997 bei der Fleischmesse IFFA in Frankfurt am Main.Im Zentrum ihrer heutigen Arbeit steht die bildnerische Auseinandersetzung mit Farbe, Form und fragmentarischen Bildräumen. Ihre Werke bewegen sich zwischen malerischer Verdichtung und offener, prozesshafter Struktur. Dabei entstehen Bildräume, die Assoziationen freisetzen, ohne sich auf eine eindeutige Lesart festzulegen. Charakteristisch ist das Zusammenspiel von intuitivem Zugriff und formaler Präzision. Heute lebt und arbeitet Nina Hainmüller in Gießen und unterrichtet Kunst an einem Gymnasium.

Instagram:  https://www.instagram.com/hainmuellernina/
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Mark Hellmann

Mark Hellmann lebt und arbeitet in Düsseldorf. Nach dem Diplom in Innenarchitektur an der FH Detmold im Jahr 1989 arbeitet er seit 1998 als freischaffender Innenarchitekt im eigenen Büro SAAL 3 Architektur in Düsseldorf. Parallel dazu entwickelte er seine künstlerische Praxis mit dem Schwerpunkt Fotografie, die er durch internationale Workshops und Masterclasses unter anderem in Bad Reichenhall, Venedig, Arles und Heimbach vertiefte. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Fotografie an der Grenze zur Malerei – das Zeichnen mit Licht. Ausgangspunkt ist die Komposition, das bewusste Ordnen von Helligkeit und Dunkelheit im Bildraum. Dabei entstehen keine klassischen Abbilder, sondern offene, vieldeutige Bildwelten, die Raum für Fantasie und individuelle Wahrnehmung lassen. Auch dem Zufall kommt in seinem Arbeitsprozess eine wesentliche Bedeutung zu. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter im Kunstforum Düsseldorf, im Museum Ostwall Dortmund sowie im Kunstverein Duisburg.

Instagram: https://www.instagram.com/mohellmann
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Claire Kaufmann

Claire Kaufmann ist eine autodidaktische Fotografin, die sich bewusst der analogen Fotografie verschrieben hat. Als studierte Soziologin richtet sie ihren Blick auf das Alltägliche ebenso wie auf gesellschaftliche Strukturen und Phänomene, die sie mit der Kamera aufmerksam beobachtet und dokumentiert. Ihr Interesse gilt dabei sowohl unscheinbaren Momenten des urbanen Lebens als auch Räumen, Spuren und Stimmungen, die oft erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Der künstlerische Prozess umfasst für sie nicht nur das Fotografieren selbst, sondern ebenso die handwerkliche Arbeit in der Dunkelkammer: Sie entwickelt ihre Filmnegative eigenständig und fertigt ihre Abzüge in sorgfältiger Handarbeit an. Claire Kaufmann arbeitet sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe. Ihre Motive reichen von Architektur- und Landschaftsaufnahmen bis hin zu experimentellen, abstrahierten Bildfindungen, bei denen Licht, Struktur und Materialität in den Vordergrund treten. So verbindet ihre Arbeit dokumentarische Aufmerksamkeit mit einer offenen, poetischen Bildsprache. Claire Kaufmann lebt in Leipzig und arbeitet dort als Sozialarbeiterin.

Instagram: https://www.instagram.com/socialnothingness
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Angelika Richter

Angelika Richter lebt und arbeitet als bildende Künstlerin und freie Architektin in Düsseldorf. Nach ihren Diplomen in Innenarchitektur im Jahr 1995 und Architektur im Jahr 1998 an der Peter Behrens School of Architecture war sie zunächst in Düsseldorf, London und später in Berlin als Architektin tätig. Seit 2012 widmet sie sich verstärkt ihrer künstlerischen Arbeit und vertiefte diese durch Studien in Zeichnung, Akt und freier Malerei in Berlin und Düsseldorf. Ihre Werke entstehen ohne vorgefertigte Skizze oder festes Konzept unmittelbar aus dem Prozess heraus. Intuitiv reagiert sie auf Farbe, Material und Bewegung, sodass sich Formen, Strukturen und Bildräume schrittweise entwickeln. Der gestische Duktus, die Dynamik des Farbauftrags und der körperliche Einsatz prägen dabei den Verlauf des Bildes. Malerei wird für sie zu einem offenen Dialog mit der Leinwand, in dem Erfahrungen, Eindrücke und Emotionen ihren Ausdruck finden. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem bei der Landeskunstausstellung NRW 2023, im Kunstverein Duisburg sowie im Kunstforum Düsseldorf.

Instagram: https://www.instagram.com/angel.ikarichter/
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Franck Schmidt-Husson

Franck Schmidt-Husson lebt und arbeitet in Stuttgart und in der Normandie. Von Beruf Rechtsanwalt, fand er in einer persönlichen Krise zurück zur Kunst. Seine Werke entstehen ohne festes Konzept, ohne vorgefundenes oder vorausgestelltes Motiv und meist in Mischtechnik mit Collagen oder Décollagen. Im Grunde sind seine Arbeiten nichts anderes als Wucherungen ihres Anfangs. Die kreative Grundhaltung des Künstlers ist die eines Streuners: durch Farben und Formen, Materialien und Techniken, Kontingenz und Konsequenz, Sinn und Nonsens. Essenziell sind die Hingabe an den Moment, Schichtungen und Interferenzen, das Experiment und das Spiel mit dem Zufall als Impulsgeber und lenkende Kraft. Oft bleibt am Ende des Arbeitsprozesses wenig von seinem Anfang übrig. Vieles wird übermalt, überklebt, verschleiert, zerkratzt oder verfremdet. Manches bleibt dagegen explizit, figürlich oder buchstäblich lesbar. Auch Texte und Fundstücke finden Eingang in die Arbeiten und eröffnen Assoziationen zwischen Konsumwelt, Absurdität, Sehnsucht und gesellschaftlicher Reibung. So entstehen vielschichtige Bildräume zwischen Ordnung und Chaos, Ernst und Ironie.

Instagram: https://www.instagram.com/fraschus
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Location

Galerie Zimmer48 Zossener Straße 48 10961 Berlin

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