Die jungen Künstlerinnen Marlen Letetzki und Desire Moheb-Zandi beschäftigen sich beide mit Traditionen – im künstlerischen wie auch im kulturellen Sinne. Dabei nutzen sie völlig unterschiedliche Medien, um eine Verbindung zur Gegenwart zu schaffen. Desire Moheb-Zandi schafft monumentale Wandteppiche, in die sie ungewöhnliche Materialien wie Gummischläuche oder Dübel einarbeitet. In Marlen Letetzkis Malereien versammeln sich wiederum vermeintlich alltägliche Formen zu eigentümlichen Stilleben.
Bei Marlen Letetzki ist es die Malerei in ihrem Spiel mit Körper und Fläche, Material und Abbild. Sie verbindet in ihren Malereien die Tradition des klassischen Handwerks mit modernsten digitalen Möglichkeiten. Sie nutzt für ihre Arbeit häufig selbst modellierte 3D-Simulationen, die sie malerisch übersetzt. Alltäglich anmutende Formen wie Vorhangelemente, Flüssigkeiten oder Schläuche entstehen, die in ihrer Zusammenstellung allerdings jeglicher Logik trotzen. Fremde Dinge kommen hier zu einer Einheit zusammen, was auch eine gesellschaftliche Ebene impliziert.