FOTO: © Druckwelle
BELLS ECHO IIIII-IINTERIIIII-IIM - Krallice & Petra Hermanova - 24.10.2026 Evang. Ref. Kirche zu Leipzig
Das sagt der/die Veranstalter:in:
BELLS ECHO ist seit über 10 Jahren ein fester Bestandteil der experimentellen Musikszene Leipzigs und bekannt dafür, Raum, Sound und visuelle Elemente einmalig zu verschmelzen. Am Anfang war die Idee experimentelle Musik lokaler Künstlerinnen und Künstler, die sonst nur kleine Nischen erreicht, in große Räume zu bringen. Bald führte der Tatendrang der BELLS ECHO Gruppe dazu, dass sie eigene Kompositionen, wie etwa 2015-2019 mit einem Chor erarbeiteten und umsetzten. Dazu kam die Sehnsucht, namhafte Künstlerinnen und Künstler, die vielleicht nie in Leipzig auftreten würden, in die besonderen Spielstätten der Stadt einzuladen – so auch für das kommende Konzert:
Am 24. Oktober 2026 spielt das New Yorker Quartett Krallice erstmalig in Leipzig und bricht gemeinsam mit Petra Hermanova mit der mystischen Stille des Kirchenraums der Evangelisch Reformierten Kirche zu Leipzig.
Mit alten Gewohnheiten brechen
Die Musik von Petra Hermanova zieht in ungeahnte Tiefen. Sie bricht mit dem verheißungsvollen Blick nach oben, der uns unter den hohen Kirchendächern wie ein Reflex ergreift. Die Zither klingt wie eine unheimliche, beinahe dämonische Kraft. Anfangs schreiten die Töne zartfüßig voran, nehmen einen wunderlichen Lauf und verdichten sich zu einer Aura, in die sich der betörende Klangkörper hüllt. Jener wird angetrieben von dem durchgehenden Puls, den die Orgel vorgibt. Es raunt, flirrt und reibt, und auch in den Phasen der Regeneration durchdringen die ruhevollen, schwelgerischen Tiefen des Instruments. Und gerade da scheint der Gesang der gebürtigen Tschechin und nun in Berlin lebenden Komponistin durch: Schön und wie selbstverständlich geistert ihre Stimme. Sie klingt wie ein tonvolles Trugbild, durch das wir auf unsere eigene Essenz zurückgeworfen sind, in dem persönlichen Abgrund versinken. Hermanovas Solo-Debüt „In Death’s Eyes“ erschien 2023 (Unguarded). Für ihr Konzert in Leipzig wird sie (Zither, Gesang) gemeinsam mit einem Organisten auftreten.
Danach brechen Krallice, mit alle ihrer Wucht, die Konturen der Klanglandschaften auf, die wir durch Hermanova gerade erst erfühl haben. Dafür konzentriert das New Yorker Quartett all seine Energie: Es zittern und beben die Gitarren durch die unaufhaltsamen Tremoli. So schichten sich vereinnahmende, disharmonische Klangflächen auf, wenn Krallice zu hören sind. Labyrinthische Gitarrensoli flammen auf, sobald man allzu tief in den erbitterten Klängen zu versinken droht. Erbarmungslos und rastlos donnert der Rhythmus. Allenfalls die Gesangsstimme vermag sich zu ermächtigen, ein Urschrei, wieder und wieder. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 stehen Mick Barr (Gesang, Gitarre), Colin Marston (Gitarre), Lev Weinstein (Schlagzeug) und Nick McMaster (Bass, Gesang) für eine progressive, feingeistige Form des Black Metals und zählen zu den aufregendsten Genrevertretern. Nach fast 20 Jahren haben die New Yorker nichts von ihrer Brachialität eingebüßt und spielen nun ihre erste Europatour. Ihr Leipzig-Debüt geben sie im Rahmen des BELLS ECHO IIIII-IINTERIIIII-IIM.
Zudem wird eigens für den Abend ein Raumkonzept entwickelt, durch das sich Licht, Klang und Kirchenarchitektur miteinander auflösen.
Präsentiert von Frohfroh und gangart.
Preisinformation:
Normales Ticket: 35€ + Gebühren Supporter Ticket: 45€ + Gebühren
Location
Organizer