Die gute Prognose von Frank Goosen lautet: “Nach wie vor ist weiteres Leben in Vorbereitung.” Das wollen wir schwer hoffen. Franks Erzählungen sind kitschfreie Fremdenführungen durch die große Welt seiner Heimat. Mit alles, was dabeigehört. Umbaute Räume, verbaute Räume, verbeulte Räume und was wie da drin und da drumrum lebt. Das Personal, die Insassen, die durch die Kunst Frank Goosens zu literarischen Figuren werden. Menschen, von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie gerne mal kennengelernt hätte, deren Bekanntschaft man aber jetzt zum Glück macht. Um nur mal eine zu nennen: Die Omma von Frank. Das Publikum staunt, wundert und freut sich über Spaziergänge mit Aussicht auf einen Horizont, der nicht von Ruhrgebiets-Klischee-Verwesern zugenagelt wurde. Frank Goosen ist kein Heimatdichter. Er ist ein Dichter mit Heimat.
Florian Wintels gehört zu den charmantesten, vielseitigsten und erfolgreichsten Bühnen-Protagonisten der deutschsprachigen Slam-Szene. Das weiß vielleicht sogar die eine oder der andere. Dass der Mann, der 2022 die deutschsprachigen Meisterschaften gewann, darüberhinaus ein hochbegabter Sänger und Gitarrist ist, muss die große weite Welt unbedingt auch noch erfahren. Florian ist drauf und dran, Schritt für Schritt die deutsche Singer/Songwriter- und Liedermacher-Szene von Funny van Dannen bis Götz Widmann gehörig aufzumischen. Mit Witz, Hintergründigkeit, jeder Menge bitterbösem Humor und brutalstmöglichem Schwiegermütter-Charme. “Schön, dass ich da bin”, heißt das Bühnenprogramm von Florian Wintels. Das ist keine Angeberei. Das ist die reine Wahrheit.
Das standorttreue Stammorchester Dortmund-Mitte. Die großartige Hausband geht musikalisch gerne dahin, wo es gut tut. Wo andere an ihren Instrumenten arbeiten, machen die Vier die Räume weiter.