„BORN TO FAKE ist ein wahrhaft provokanter Dokumentarfilm, der zum Nachdenken anregt.“
Jurybegründung, One Future Preis (Filmfest München)
Born to Fake ist die Rekonstruktion eines deutschen Medienskandals. Der Film erzählt von Michael Born, dessen gefälschte Fernsehbeiträge in den 1990er Jahren ungeprüft in großen TV-Formaten gesendet wurden. Doch Born to Fake blickt nicht zurück, um einen Fall abzuschließen. Der Film blickt zurück, um zu zeigen, wie gegenwärtig er geworden ist. Was damals wie ein spektakulärer Einzelfall wirkte, erscheint heute als frühe Vorform eines Problems, das längst unseren Alltag bestimmt: Bilder überzeugen oft schneller als ihre Prüfung. Sichtbarkeit ersetzt Glaubwürdigkeit. Dramaturgie wirkt stärker als Herkunft. Und die Frage ist nicht nur, was gefälscht ist, sondern warum etwas überhaupt geglaubt werden will. Michael Born ist in diesem Film deshalb nicht nur der Fernsehfälscher von damals. Er wird zur Schlüsselfigur einer größeren Geschichte: über Medien und Verführung, über den Hunger nach Evidenz, über ein System, das starke Bilder wollte und zu selten fragte, wie sie entstanden sind. In einer Gegenwart, in der über KI, Deepfakes und den Verlust von Gewissheit verhandelt wird, bekommt dieser Fall eine neue Schärfe. Born to Fake ist kein nostalgischer Rückblick auf einen TV-Skandal. Es ist ein Film über die Gegenwart der Bilder.