FOTO: © Catherine Hellié / éditions Gallimard

Boualem Sansal »Die Legende« (Vorpremiere)

Das sagt der/die Veranstalter:in:

1. Juli 2026 / 19.30 Uhr / Garten / Saal

Boualem Sansal »Die Legende« (Vorpremiere)
Der Autor im Gespräch mit Alfonso de Toro

»Hier verbrennt man keine Bücher. Man kann das besser: Man beerdigt Schriftsteller.«

 

Im November 2024 ist der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete algerisch-französische Autor Boualem Sansal bei seiner Einreise nach Algerien verhaftet worden - trotz seines hohen Alters und seiner schweren Krankheit. In seinem gerade in Frankreich erschienenen neuen Roman »Die Legende« verarbeitet er seinen Gefängnisaufenthalt in Algerien und die Zeit nach seiner Freilassung. Er berichtet von seiner Verhaftung, wie man ihm nach Tagen des Verhörs in fünf Minuten den Prozess machte, ohne Anwalt, ihn zu fünf Jahren Haft verurteilte wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit, Spionage und Terrorismusvorwürfen. 

 

Tatsächlich hatte Sansal nur das getan, was ein Schriftsteller, ein Intellektueller tun muss: er hatte seine freie Meinung geäussert, über ein Land und über seinen Präsidenten, Abdelmadjid Tebboune, den die Insassen des Gefängnisses Koléa, in dem Sansal in Haft genommen wird, nur »Teb den Verfluchten« nennen. Sansal dagegen, den berühmtesten Insassen, nennen sie »Die Legende«, er ist für sie ein Quell der Hoffnung, gemeinsam schreiben sie Gedichte und spekulieren über einen möglichen Regimewechsel.

 

Nach zahlreichen internationalen Bemühungen, besonders vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, wurde der Autor im November 2025 endlich freigelassen, »Die Legende« hat er im Anschluss innerhalb von 40 Tagen geschrieben, es ist ein atemloser Bericht, ein wütendes Buch, es »liest sich durchaus als Anklage derer, von denen der Schriftsteller sich im Stich gelassen fühlt, und spart dabei nicht mit enttäuscht-bitteren Anschuldigungen. Im Gegenteil, Boualem Sansal teilt kräftig aus«, so Julia Encke in der FAZ.

 

Die deutsche Übersetzung von »Die Legende« wird noch im Sommer im Merlin Verlag erscheinen. In Leipzig, wo man sich sehr früh für die Freilassung Sansals eingesetzt hat und eine von hier ausgegangene Protestresolution weltweit mehr als 27.000 Unterschriften gefunden hat, wird nun erstmals in deutscher Sprache aus dem neuen Roman des "Weltautors" gelesen.

 

Alfonso de Toro, ein langjähriger Freund Sansals und Kenner seines Werks, wird den Abend moderieren und mit dem Autor über das Buch und seine Erfahrungen der letzten Monate sprechen.

 

Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V., unterstützt durch die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig

Ermäßigungsberechtigt sind Behinderte und deren Begleitperson (nur bei Eintrag im Behindertenausweis), Arbeitslose, Schüler:innen und Studierende (bis 35) sowie Inhaber:innen des Leipzig-Passes oder eines Ehrenamtsausweises, jeweils nur bei Vorlage des Ausweises.)

 

Location

Haus des Buches
Haus des Buches Gerichtsweg 28 04103 Leipzig

Organizer | Veranstaltungsreihe

Literaturhaus Leipzig e.V.
Literaturhaus Leipzig e.V. Gerichtsweg 28 04103 Leipzig

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