FOTO: © Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert

Brecht-Tage 2026: »aufzeigend das mögliche«. Die »wissenschaftlich-technische Revolution« in sowjetischen Filmen, Teil 3: »Neun Tage eines Jahres«

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Einführung Matthias Schwartz

Michail Romms Film »Neun Tage eines Jahres« ist einer der wichtigsten Filme der Tauwetterzeit, als nach Stalins Tod eine kritischere Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart in der Sowjetunion möglich wurde. Während Romm in Deutschland vor allem durch seinen Dokumentarfilm »Der Gewöhnliche Faschismus« (1965) noch heute bekannt ist, der sich der totalitären Vergangenheit widmet, sind die Neun Tage eines Jahres der damals brennenden Physiker-und-Lyriker-Debatte gewidmet. In ihr ging es um den Status von Kunst und Wissenschaft für die junge rebellierende Generation. Bei Romm experimentieren zwei junge Atomphysiker, beide in dasselbe Mädchen verliebt, mit Verfahren der Kernspaltung, wobei einer sich eine tödliche Strahlendosis einfängt: war der Forschungsenthusiasmus dieses Lebensrisiko wert? Die in dem Film aufgeworfenen Fragen ethischer und gesellschaftlicher Verantwortung, die auch private Beziehungen miteinschließt, sind auch heute noch von anhaltender Aktualität.

Film: Neun Tage eines Jahres (Michail Romm, UdSSR 1962, 111 Min., OV mit dt. UT)

Location

Zeiss-Großplanetarium, Planetariumssaal Prenzlauer Allee 80 10405 Berlin

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