Das sagt der/die Veranstalter:in:
CRUCCHI GANG – Album No. 3: "Ombrelloni & Gru"
Okay, da ist sie also: La nuova onda italotedesca, die neue italienisch-deutsche Welle, aber der Crucchi Gang sind kurzfris>ge Hypes und Trends egal, die Crucchi Gang denkt weit und lang! Das liegt in der Natur der Sache. Schließlich wurde die "Slow-Food-Bewegung" in Italien geboren, bei der es darum geht, dass man sich auf eine Sache konzentriert und ihr alle Achtung und Zuneigung schenkt, solange es eben dauert. La cucina richiede presenza – Die Küche erfordert Anwesenheit, heißt es in Italien. Aber Anwesenheit alleine reicht nicht, es braucht auch Zeit und Liebe – Amore!
"Amore ist uralt aber Amore ist auch ein schönes neues Ding. Amore kann man Friseurläden nennen und auf Socken drucken. Aber Amore ist nicht immer da, wenn wir sie brauchen. Deshalb gibt es die Kunst, und vor allem die Musik der Crucchi Gang." Das textet gerade Francesco Wilking aus dem Nachtzug nach Rom. Er wird dort Clavdio treffen, um den letzten Song für das 3. Crucchi-Gang-Album fer>g zu machen.
Clavdio aus Rom ist ein klingender Name in der italienischen Indie-Szene, er war bereits im Dezember 2024 in der Columbiahallle bei der großen Crucchi-Gang-Gala zu Gast. Er ha^e Lust, ein Lied zum neuen Crucchi-Album beizusteuern und hat sich dazu "Heute hier morgen dort" von Hannes Wader ausgesucht, eines der deutschen Sehnsuchtslieder der Genera>on unserer Eltern und sofort tri^ der Crucchi-Effekt ein: „Oggi qui, domani la, appena arrivo parto gia....“ Man denkt, die italienische Version sei das Original und die deutsche das Cover.
Einen weiteren italienischen Unterstützer haben wir im Laufe des letzten Jahres ganz zufällig entdeckt: Massimo Vitali.
Der in Viareggio und Lucca lebende Künstler studierte Fotografie in London, arbeitete als Fashion-Fotograf für Vogue und andere Magazine und wandte sich später der künstlerischen Fotografie zu. Seine Werke sind in Arles, Paris, London und bei der Hasselblad Founda>on in Göteburg ausgestellt worden. Im Steidl Verlag erschienen die Fotobände "Beach and Disco" und "Landscape and Figures". In endloser Geduld und Grosszügigkeit hat er uns Fotos für das Artwork der Crucchi Gang zur Verfügung gestellt. Und was für Bilder sind das!! Strände vor Ölraffinerien, Strände mit Feuer, Polizei und Motorrädern. Massimo Vitali fotografiert seit 30 Jahren Discos und Supermärkte mit der gleichen Empathie - und eben vor allem Strände! Er bildet sie als Räume für alles ab: Erholung, Stress, Einsamkeit, Familie, Liebe, Arbeit... – eben Leben. Auf dem Coverfoto des Albums ist ein Strand voller Menschen zu sehen und im Hintergrund lauert die Industrie, winken Container und Kräne. Dieser Kontrast interessiert auch
die Crucchi Gang, deshalb heisst die Pla^e „Ombrelloni & Gru“, Sonnenschirme und Kräne, Ferien und das Gegenteil davon, Liebe und Arbeit.
Also: unser Italien!
Für das dri^e Album haben wir mit einer Reihe von österreichischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern arbeiten dürfen, die eine starke Verbindung zu Italien haben. Bei manchen ist der Vater Italiener und damit geht es ihnen wie vielen Crucchi-Gang-Fans, denn viele von ihnen sind "Gastarbeiter"-Kinder, aufgewachsen mit einem Vater, der in jungen Jahren nach Westdeutschland kam, um in der Fabrik zu arbeiten und einer Mu^er, die viel zuhause war, denn es waren die 70er, 80er und 90er Jahre und da war das meistens so. Und so singen sie begeistert auf den Konzerten mit und versöhnen sich und es geht nicht um den perfekten italienischen Akzent, sondern um Haltung, Liebe und Roman>k und darum, dass wir uns alle ein gemeinsames Europa und eine lebendige Deutsch-Italienische Freundschao wünschen.
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien geschlossen. Es kamen viele Menschen aus dem >efen Süden, um in Deutschland zu arbeiten - „Gastarbeiter“. Im Koffer ha^en sie ihren Kaffee, ihre Pasta, das Olivenöl und den Parmesan, den es in der Nachkriegs-BRD noch nicht gab. In der Boulevardpresse waren sie oo und immer wieder "die Fremden, „die Wilden“, „Die Messermänner", – Zuschreibungen, die nach ihnen auch Menschen aus der Türkei, Syrien und Afghanistan abbekommen haben. Am Küchen>sch und am Fliessband haben sie ihre Lieder gesungen, von Adriano Celentano und seinen 24000 Küssen, von Mina, die am Telefon Schluss macht und Gino Paoli, dem der Geschmack von Meersalz eine vergangene Liebe ins Gedächtnis ruo. Sie waren Gastarbeiter:innen und sollten / wollten bald wieder gehen. Aber viele blieben.
Francesco Wilking ist mit einer römischen Mu^er und einem bremer Vater im Schwarzwald aufgewachsen, in Lörrach, wo das Stadtbild zu großen Teilen von Menschen aus Kalabrien, Apulien und Sizilien geprägt wurde und wird. Viele haben in den Stoff-, Zahnpasta- und Schokoladen-Fabriken gearbeitet, wo alle Schilder und Beschrioungen auf Deutsch und Italienisch waren und es in der Kan>ne mi^ags Riesenschüsseln mit Pasta gab. In der Grundschule ha^e Francesco genauso viele italienische wie deutsche Mitschüler:innen. Er ha^e zwei Freundeskreise, hat Fussballbilder der Bundesliga und der Serie A getauscht, hat Angelo Branduardi und die Erste Allgemeine Verunsicherung gehört.
Auch Patrick Reising ist in Lörrach aufgewachsen, er und Francsco gingen zusammen zu den Pfadfindern und in die Schule und spielten zusammen in der Kirchenband/ersten Band... schnell drehte sich alles um die Musik. Sie hörten Platten bei Francesco und gründeten ihre erste Band. Sie spielten damals Straßenmusik in Lörrach und Basel und reisten gemeinsam mit der Transsibirischen Eisenbahn und ihren Gitarren um die Welt.
Sie haben eine Platte in einer Lörracher Garage aufgenommen und sind nach Berlin gegangen, haben mehrere Studien angefangen und abgebrochen und das Mila Studio aufgebaut.Dort komponieren sie neben vielem anderen Musik für Filme und die Crucchi Gang.
Charlo^e Goltermanns beste Freundin ha^e einen sizilianischen Vater, in dessen Keller ein Fass Rotwein stand, den er selber immer mit nach München brachte. Sie haben die Oberstufe nach der Schule in seinem Haus verbracht, heimlich den Rotwein abgezapo und dazu Lucio Dalla und Umberto Tozzi, Toto Cotugno und die Dire Straits gehört.
Charlo^e hat als Musikberaterin Francesco und Patrick für einen Leander-Haußman-Film entdeckt; – das Budget war alle und sie brauchte einen italienischen Hit - der Rest ist die Crucchi-Gang-Geschichte, die gern immer wieder erzählt wird.
Bei der Crucchi Gang haben diese drei dann ihre angssreie Liebe zur italienischen Musik in die große Form gemacht. Hier suchen sie sich grosse deutsche Lieder und wickeln sie in Loro-Piana- Kaschmir oder auch Seide aus Comound und behängen sie mit Rimini-Lame^a.
Die Songs des dri^en Albums sind u. a. solche von Buntspecht, Fe^es Brot, Dilla oder Salo, Ideal, Hildegard Knef, Hannes Wader, Blumengarten und David Bowie (ja, genau! Raggazzo Solo Raggazza Sola, die lang vergessene italienische Version von Space Oddity aus dem Jahre 1969!).
Es wünschen viel Vergnügen: Charlo^e, Francesco, Patrick
Tracklist:
A
RAGAZZO SOLO RAGAZZA SOLA - FRANCESCO WILKING TI STA BENE - PAULA CAROLINA
EMANUELA (GIU LE MANI) - FETTES BROT
OCCHI BLU - FIL BO RIVA UND ALLI NEUMANN
FILTRO - ANDA MORTS
MILLE ROSE - SVEN REGENER
B
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zzgl. VVK Geb.
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