Dimitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 11 g-Moll „Das Jahr 1905“ op. 103
Maximilian Steinberg, Variationen für großes Orchester op. 2
Das junge Orchester NRW, Leitung: Ingo Ernst Reihl
Eintritt ab 15 Euro, Schüler:innen, Studierende und Geflüchtete haben freien Eintritt (gegen Nachweis an der Abendkasse)
Karten für Bochum: https://bochumer-symphoniker.reservix.de/p/reservix/event/2498942
Karten für Essen: https://www.theater-essen.de/programm/kalender/das-junge-orchester-nrwingo-ernst-reihl-153730/3373/
Über das Programm: Dmitri Schostakowitschs 11. Symphonie, betitelt „Das Jahr 1905“, ist ein Werk von packender Dramatik, politischer Doppeldeutigkeit und musikalischer Tiefe. Sie gehört zu seinen politisch aufgeladensten Kompositionen und spiegelt nicht nur ein historisches Ereignis, sondern auch die Zerrissenheit und das Leiden des sowjetischen Volkes unter Repression und Gewalt wider – damals wie in Schostakowitschs eigener Gegenwart.
Der Titel verweist auf die revolutionären Unruhen von 1905 in Russland, insbesondere auf den sogenannten „Blutsonntag“ vom 9. Januar jenes Jahres. Damals schossen zaristische Truppen auf eine friedliche Demonstration von Arbeitern, die mit Petitionen zum Winterpalast in Sankt Petersburg zogen.
Doch Schostakowitsch schrieb die Sinfonie über ein halbes Jahrhundert später – 1956/57, kurz nach dem Tod Stalins (1953) und mitten in der sogenannten „Tauwetter-Periode“ unter Nikita Chruschtschow. Die Erinnerung an den sowjetischen Terror unter Stalin war noch frisch, insbesondere an die Unterdrückung des ungarischen Volksaufstands 1956, der während der Kompositionsphase niedergeschlagen wurde. Viele Interpreten sehen daher die Sinfonie nicht nur als musikalische Darstellung der Ereignisse von 1905, sondern auch als kritisches Spiegelbild zeitgenössischer Gewalt und Unterdrückung.
Schostakowitsch selbst äußerte sich kaum eindeutig zur politischen Aussage der Sinfonie, doch viele Interpreten lesen sie als verschleierte Kritik am Stalinismus – die Geschichte von 1905 als Metapher für die Unterdrückung in der Sowjetunion der 1950er Jahre. Der Komponist musste sein Leben lang mit dem Regime taktieren, um seine Kunstfreiheit zu wahren, und so ist auch diese Sinfonie ein Werk zwischen offiziellem Pathos und persönlicher Tragödie.
Die emotionale Wucht und politische Vielschichtigkeit des Werks machten es zu einem der meistdiskutierten Werke Schostakowitschs.
Unmittelbar vor dem Hauptwerk kommen die "Variationen für großes Orchester op. 2" von Schostakowitschs Lehrer Maximilian Steinberg (1883-1946) zur Aufführung, der wiederum Schüler von Ljadow, Glasunow und Rimski-Korsakow war. Sein Opus 2 komponierte der hierzulande fast vergessene russisch-jüdische Komponist im Jahr 1905.
Im Rahmen der Konzerte finden jeweils Sonderausstellungen in den Foyers der Konzerthäuser über „Leben, Werk und Wirkung“ des Dmitri Schostakowitsch von Alexander Gurdon statt.
Über das Orchester: Das junge orchester NRW wurde 1985 vom damals 15-jährigen Dirigenten Ingo Ernst Reihl und begabten Schüler*innen, Studierenden und jungen Berufstätigen gegründet. Von Anfang an war es den Orchestermitgliedern wichtig, dass das junge orchester NRW keinerlei Institution untersteht. Es fühlt sich zwar dem Rhein/Ruhrgebiet verbunden, nicht aber einer einzelnen Stadt. Es ist eine freie Gemeinschaft von Menschen, die der Wunsch verbindet, in vielfaltiger Weise zu musizieren. Regelmäßig tritt das Ensemble in der Philharmonie Essen und in der Historischen Stadthalle Wuppertal auf – vorwiegend mit großer Symphonik der Spätromantik und der Moderne (Brahms, Dvořák, Tschaikowski, Bruckner, Mahler, Schostakowitsch).
Preisinformation:
Eintritt ab 15 Euro, Schüler:innen, Studierende und Geflüchtete haben freien Eintritt (gegen Nachweis am Fördervereinsstand im Foyer am Konzertabend)
Gemeinsam Events erleben
Events werden noch schöner wenn wir sie teilen! Deshalb kannst du dich jetzt mit Friends und anderen Usern vernetzen um Events gemeinsam zu besuchen. Loslegen