Das Narrenschiff

FOTO: © DOUBLE REED TALES DULZIANCONSORT BERLIN

Das Narrenschiff

Noch niemand hat sich das Event gemerkt.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Das Narrenschiff von Sebastian Brandt, veröffentlicht in Basel 1494, wurde in fünf Sprachen übersetzt und war ein europaweiter Bestseller. In 115 Kapiteln werden Menschen durch den Kakao gezogen, die sich dumm anstellen oder aus der Norm fallen, die peinlich sind, unhöflich, gierig, grausam, neidisch, vergnügungssüchtig, selbstlos, weichherzig, eitel, faul, starrsinnig, redselig, unbelehrbar, sterblich, die zu viele Gefühle haben, sich in die Falschen verlieben und zu viel trinken, die ihre Sachen nicht auf die Reihe kriegen, prokrastinieren, dazu Autoritäten mit zu wenig Respekt begegnen - und außerdem einfach verdammt gerne tanzen. Ein Panoptikum, in dem wir uns mal selbst begegnen und dann auch wieder gar nicht. Das uns zeigt, was wir längst, zumindest weitestgehend, überwunden haben (Stichwort Tischmanieren, Frauen besitzen, an die Hölle glauben) und was inzwischen die Seiten gewechselt hat – vom sanktionierten Verhalten zur neuen fröhlichen Norm. Von der Scham zur Freude, von der Moral zur Freiheit. Und was wir immer noch nicht: auf die Reihe kriegen, wie das mit dem Geld und der Armut. Vor allem aber hält sich diese Idee des Narren selbst mit so einer schmerzhaften Hartnäckigkeit, diese Idee des Anderen, des Abweichenden, die Vorstellung von jemandem oder etwas, das ausgesperrt werden soll, verschifft, weg, nur weg. Es ist eine Utopie, aber heute Abend sitzen wir mal alle in einem Boot. Leinen los!
Text: Olivia Stahn

 

Double Reed Tales Dulzianconsort Berlin
Die Mitglieder des Dulzianconsorts Double Reed Tales Berlin kennen sich teilweise schon seit ihrem Studium an der HfK Bremen, der Schola Cantorum Basiliensis und der UdK Berlin. Seit über 10 Jahren haben sie immer wieder zusammen in wechselnden Konstellationen als Spezialist*innen für historische Holzblasinstrumente in führenden europäischen Ensembles (Collegium 1704, „Das kleine Konzert“ Hermann Max, Gächinger Kantorei etc.) zusammengespielt.
Aus Forschungen der Initiatorin Elisabeth Kaufhold zu Ursprüngen und Entwicklungen des Dulzianrepertoires entstand das Vorhaben zur Gründung eines 5stimmigen Dulzianconsorts, um das selten gespielte Repertoire für diese Besetzung gemeinsam aufzuführen.

Nora Hansen, Monika Fischaleck, Elisabeth Kaufhold, 
Adrian Rovatkay, Eva-Maria Horn: Dulzian
Bernadette Beckermann: Sopran
Paul Hoyle: E-Bass & Percussion

 

Eine Veranstaltung der Reihe Konzerte am Kanal 

 

Veranstalter: Förderverein Philippus e.V.

Preisinformation:

Spende willkommen

Location

Philippuskirche
Philippuskirche Aurelienstraße 54 04177 04177 Leipzig

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