FOTO: © fensterzurstadt

ANNIE ERNAUX: Der junge Mann / Die leeren Schränke

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Das freie The­ater Fen­sterzurstadt bringt in sein­er neuen Pro­duk­tion zwei Werke von An­nie Er­naux auf die Bühne: Die leeren Schränke (1974), ihr lit­er­arisches De­büt, und Der junge Mann (2022), ein später Text ihres au­to­bi­ografis­chen Schaf­fens. An­nie Er­naux, Lit­er­aturnobel­preisträgerin des Jahres 2022, gehört zu den prä­gend­sten Stim­men der eu­ropäis­chen und in­ter­na­tionalen Gegen­wart­slit­er­atur. In ihrem Werk verbindet sie per­sön­liche Erin­nerung mit an­a­lytis­ch­er Schärfe und macht in­di­vidu­elle Er­fahrung als Teil gesellschaftlich­er Wirk­lichkeit sicht­bar. Schreiben wird bei ihr zu ein­er Form der Selb­stveror­tung – zwis­chen Herkun­ft, Sprache, Kör­p­er und Geschichte. Der Abend zeigt bei­de Texte in zwei aufeinan­der­fol­gen­den In­sze­nierun­gen – gespielt vom sel­ben En­sem­ble und im sel­ben Büh­nen­raum. Auf diese Weise wird ein Werk sicht­bar, das sich über Jahrzehnte hin­weg en­twick­elt hat und dabei in seinem präzisen Zu­griff auf Wirk­lichkeit kon­se­quent geblieben ist. Im Zen­trum ste­ht jew­eils eine Erzäh­lerin, verkör­pert von drei Frauen un­ter­schiedlichen Al­ters: An­nie als junge Stu­dentin, An­nie im mit­tleren Leben­salter und An­nie im ho­hen Al­ter. Diese Zeit­ebe­nen sind gle­ichzeit­ig präsent und machen er­fahrbar, wie sich Er­fahrung fortschreibt, ver­schiebt und neu gele­sen wird. Die leeren Schränke erzählt vom Aufwach­sen in einem sozial be­gren­zten Mi­lieu, von Scham, Dif­ferenz und dem Ver­such, sich durch Bil­dung und Sprache da­raus zu lösen. Der junge Mann richtet den Blick auf eine spätere Leben­sphase und die Rückschau auf eine in­ten­sive Beziehung zu einem jün­geren Mann – und auf die Spuren, die Ver­gan­gen­heit im gegen­wär­ti­gen Er­leben hin­ter­lässt.In dieser dop­pel­ten Per­spek­tive ent­fal­tet sich ein The­at­er­abend über Erin­nerung, Herkun­ft und Selb­st­bes­tim­mung – und darüber, wie sich ein Leben im Schreiben im­mer wieder neu formt. Mit der In­sze­nierung Der junge Mann / Die leeren Schränke kehrt Fen­sterzurstadt noch ein­mal in die alte Tankstelle in Han­nover zurück – an einen faszinieren­den Ort, der mit dieser In­sze­nierung für einen Som­mer wieder neu geöffnet, ent­deckt und im Spiel ver­wan­delt wird.

SPIEL: Emma Djam­pour, Alexan­dra Faru­ga, Flo­ri­ana Som­mer­auer / Carsten Hen­trich, Heino Sell­horn // IN­SZE­NIERUNG & PRO­JEK­TLEITUNG: Ruth Rutkows­ki, Carsten Hen­trich // BÜHNE: Melanie Huke // KOSTÜME: Ruth Rutkows­ki // MUSIK: Heino Sell­horn // LICHT: Alexander Tripitsis, Melanie Huke

Nach Le je­une homme und Les ar­moires vides von An­nie Er­naux, ©Gal­li­mard. Über­set­zung von Son­ja Finck. Auf­führungsrechte für die Über­set­zung: Suhrkamp Ver­lag AG Berlin.

DER JUNGE MANN / DIE LEEREN SCHRÄNKE ist ein Pro­jekt von fen­sterzurstadt.48 und wird gefördert durch das Kul­tur­büro Han­nover, Nieder­säch­sis­ches Min­is­teri­um für Wis­senschaft und Kul­tur und die Stiftung Nieder­sach­sen.

Location

Alte Tankstelle Hannover Striehlstraße 14 30159 Hannover

Artist | Ensemble

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