Titelbild der Veranstaltung Die Erinnerungskultur in Argentinien unter Druck

FOTO: © Parque de la memoria, Buenos Aires © Gustav´s, CC-BY-SA 2.0, Flickr (https://www.flickr.com/photos/22463945@N00/5827428558)

Die Erinnerungskultur in Argentinien unter Druck

Noch niemand hat sich das Event gemerkt.

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Vortrag und Gespräch

50 Jahre nach dem Militärputsch

 

Die Erinnerung an den Militärputsch und die zivil-militärischen Verbrechen danach sind weiterhin ein zentrales politisches Thema in Argentinien. Die Militärjunta war verantwortlich für systematische Folter, staatlichen Terror und das Verschwindenlassen von über 30.000 Menschen. Organisationen wie die Madres de Plaza de Mayo wurden zu Symbolen des Widerstands und des Kampfes für Wahrheit und Gerechtigkeit.

Museen, Gedenkstätten und Menschenrechtsinitiativen erinnern an die Verbrechen während der Diktatur. Gleichzeitig ist die Erinnerungskultur stark umkämpft. Während viele die Auseindersetzung mit der Geschichte als demokratischen Fortschritt ansehen, versuchen rechte und revisionistische Kräfte zunehmend, die Verbrechen der Militärdiktatur zu relativieren.

Am „Tag der Erinnerung“ (Dia de la Memoria) 2026 propagierte die Regierung von Präsident Javier Milei mit Unterstützung des rechtsextremen Ideologen Agustin Laje, der inzwischen in Europa durch ein entsprechendes Video auffiel, die Idee einer „vollständigen Erinnerung“ und stellte dabei Täter der Diktatur als Opfer dar. Kritiker*innen sehen darin eine Relativierung des Staatsterrors. Gleichzeitig kürzte die Regierung Mittel für die genetischen und forensischen Datenbanken, die bei der Identifizierung von gewaltsam verschwundenen Personen eine zentrale Rolle spielen.

Im Vortrag und der anschließenden Diskussion geht um die Verknüpfung der Erinnerungskultur mit aktuellen Konflikten um Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Unter dem Druck von rechtsextremen Anfeindungen gegen die Demokratie ist dieses Konfliktpotential auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern spürbar.

Darüber sprechen an diesem Abend Pedro Crovetto (Politik- und Sozialwissenschaftler, kam als Exilant aus Chile nach Bochum) und Germán Wiener (Filmemacher und Künstler, kam als Exilant aus Argentinien nach Bochum)

Location

Fritz Bauer Forum
Fritz Bauer Forum Feldmark 107 44803 Bochum

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