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DIE FÄCHERMALERIN & HILDE WARREN UND DER TOD (Jay Leyda: Witnessed Years)

DIE FÄCHERMALERIN & HILDE WARREN UND DER TOD (Jay Leyda: Witnessed Years)

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Fr 8.11., 18h, zu Gast: Heide Schlüpmann, am Flügel: Eunice Martins
DIE FÄCHERMALERIN Rudolf Meinert D 1913 35 mm stumm 39‘
HILDE WARREN UND DER TOD Joe May D 1917 51‘
Während der fünf Jahre, die Jay Leyda mit seiner Frau, der sino-karibischen Tänzerin und Choreografin Si-lan Chen, in Ost-Berlin lebte und am Staatlichen Filmarchiv der DDR arbeitete, überquerte er auch regelmäßig den Checkpoint Charlie für Sichtungen in der Deutschen Kinemathek. Mit deren Leiter und Gründer, dem Filmsammler Gerhard Lamprecht, teilte er die Leidenschaft für das Frühe Kino. Bei einem solchen Besuch sah Leyda Rudolf Meinerts sozialkritisches Melodrama DIE FÄCHERMALERIN. Mit Überblendungen, akzentuierender Lichtsetzung und einer kurzen Film-im-Film-Animation, in der ein Fächerbild zum Liebesgeständnis wird, ist dieser Film auch heute noch ein großes Sehvergnügen. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, deren Vater wegen Hochverrats eine lange Gefängnisstrafe absitzt, und die fortan sich und die kränkliche Mutter durch Heimarbeit ernähren muss. Die formalen Experimente des Films werden kunstvoll eingesetzt, um sich konfliktreich verändernde Sozial- und Geschlechterverhältnisse auch visuell mitzuerzählen, wie die Filmwissenschaftlerin Heide Schlüpmann in einer Analyse des Films in Unheimlichkeit des Blicks (1990) dargelegt hat.
Jay Leyda war maßgeblich an der Wiederentdeckung von Mays HILDE WARREN UND DER TOD und dessen Rekonstruktion im SFA 1965 beteiligt. Er führte den Schriftverkehr mit Fritz Lang, der das Drehbuch zu HILDE WARREN verfasst hatte und noch Kontakt zu Mia May hatte, die die Titelrolle spielte. Lang und May waren zwar willig, aus der Distanz bei der Rekonstruktion des „in an unedited chaos“ (Leyda an Lang) aufgefundenen Films behilflich zu sein, konnten sich aber kaum an ihn erinnern. Obwohl die Korrespondenz nahelegt, dass Leyda die Rekonstruktion des Films im SFA schließlich gelang, gilt er heute als nur unvollständig erhalten und wurde vor einigen Jahren von der Friedrich-Murnau-Stiftung digital restauriert. Mia May spielt eine erfolgsverwöhnte und lebensfrohe Bühnenschauspielerin, die damit hadert, in einem neuen Stück eine lebensmüde Frau darstellen zu müssen. Ihr demonstratives Desinteresse am Tod lässt jedoch denselben persönlich erscheinen und fortan nicht von ihrer Seite weichen.

Location

Arsenal Potsdamer Str. 2 10785 Berlin

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