Wo einst Zechen, Hochöfen und Arbeitersiedlungen Stoff für Reportagen lieferten, regt der Strukturwandel heute eher zum Nachdenken an. Auf Einladung der Brost-Stiftung leben und schreiben herausragende Autor:innen als Metropolenschreiber:innen in der Region. Derzeit ist die Lyrikerin, Romanautorin und hellwache Essayistin Nora Bossong zu Gast. Zuletzt erschien von ihr »Die Geschmeidigen: Meine Generation und der neue Ernst des Lebens«. Sie begibt sich auf Spurensuche und trifft auf den Historiker Per Leo, der seine Erfahrungen in Noch nicht mehr: Die Zeit des Ruhrgebiets beschrieben hat. Durch den Abend führt der Philosoph und Schriftsteller Wolfram Eilenberger (»Das Ruhrgebiet. Versuch einer Liebeserklärung«), der sich sicher ist: Das post-industrielle Ruhrgebiet gibt es gar nicht. Per Leo hält dagegen und begreift die Region als Laboratorium einer Geschichtskultur von unten, die sich im Moment des Niedergangs neu erfand.