Regie: OZU Yasujirô
1956, 144 Minuten, OmeU, DCP
Das in der bürgerlichen Mittelschicht angesiedelte Familiendrama (shomin geki) zeichnet das Porträt eines jungen Angestellten, der angesichts seines tristen Berufs- und Privatlebens die Hoffnung für die Zukunft verliert. Sugiyama Shôji ist seit einigen Jahren mit Masako verheiratet. Seit dem frühen Tod ihres kleinen Sohnes ist in der Ehe Ernüchterung eingekehrt. Nach eintönigen Arbeitstagen geht Shôji abends mit Bekannten aus und fängt eine Affäre mit einer Kollegin an, deren Spitznamen „Goldfisch“ lautet. Masako erträgt das schweigend, verlässt ihn aber schließlich doch, als er den Todestag des Sohnes vergisst. Aufgerüttelt wagt Shôji einen Neuanfang und lässt sich an einen Ort außerhalb von Tokyo versetzen. Irgendwann später kehrt seine Frau überraschenderweise zu ihm zurück und sie versuchen, einander zu helfen.
Filmreihe
Ozu Yasujirô (1903 - 1963)
Eine Hommage an die japanische Regie-Legende
Ozu Yasujirô zählt zu den international renommiertesten Regisseuren Japans. Aus Anlass seines 120. Geburtstages, den er in diesem Jahr feiern würde, hat die Produktionsgesellschaft Shôchiku gemeinsam mit der Japan Foundation mehrere Werke digital restauriert, von denen wir sechs vorstellen. Ergänzt wird die Reihe durch TOKYO-GA von Meisterregisseur Wim Wenders.
Der Perfektionist Ozu entwickelte eine unverwechselbare Filmästhetik, die er mit strikter Konsequenz verfolgte. Charakteristisch sind Kameraeinstellungen, bei denen das Geschehen in Augenhöhe eines auf dem Boden Sitzenden aufgenommen wurde, wobei Ozu grundsätzlich ein 50mm-Objektiv verwendete. Auch leistete er ganz bewusst Verzicht auf Überblendungen, Kamerafahrten oder Schwenks und beschränkte sich auf starre Einstellungen und einfache Schnitte.
In nahezu allen Filmen thematisierte Ozu die komplexen Beziehungen innerhalb einer Familie und schilderte die vielschichtigen emotionalen Verflechtungen zwischen den verschiedenen Generationen.
Sowohl hinter als auch vor der Kamera verband ihn die Zusammenarbeit mit einem eingespielten und profilierten Team, viele seiner Schauspielerinnen und Schauspieler zählten zu den Stars ihrer Zeit.
Die Reihe ist eine Kooperation mit dem Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V. in Berlin, dem Metropolis Kino, Kinemathek Hamburg e.V. sowie dem Filmhaus Nürnberg im KunstKulturQuartier.
Preisinformation:
Eintritt frei