Earscratcher
Dave Rempis (US): alto sax
Elisabeth Harnik (AT): piano
Fred Lonberg-Holm (US): vcl, elec
Tim Daisy (US): dr, perc
Earscratcher bewegt sich souverän im Spannungsfeld von eruptiver Energie und radikaler Reduktion. Elisabeth Harniks präpariertes Klangdenken trifft auf Fred Lonberg-Holms elektroakustisch mutierendes Cello, während Tim Daisy Drive, Textur und Struktur mit großer Klarheit verzahnt. Dave Rempis konzentriert sich am Altsaxophon auf scharfkantige, bewegliche Linien. Gemeinsam formen die vier dichte Klangspiralen ebenso wie fragile Zonen konzentrierter Stille. Eine Musik des Risikos, der Aufmerksamkeit und des offenen Raums.
Dieses transatlantische Quartett wurde 2019 ins Leben gerufen, um den 50. Geburtstag der österreichischen Pianistin Elisabeth Harnik im Jahr 2020 zu feiern. Zu diesem Anlass wandte sich Harnik an mehrere langjährige Mitstreiter aus Chicago, mit denen sie 2008 bei ihrem ersten Besuch in der Stadt beim Umbrella Music Festival in Kontakt gekommen war. Seitdem hat sie das dort entfachte Feuer weiter geschürt, nicht nur in verschiedenen Kooperationen mit diesen drei Musikern, sondern auch mit Chicagoer Legenden wie Ken Vandermark, Michael Zerang und Renee Baker. Diese neue Konstellation – Earscratcher – war bestens vorbereitet, um ihren Meilenstein mit einer Europatournee im Mai 2020 zu feiern.
Aus offensichtlichen Gründen wurde diese Tournee im Mai auf Oktober 2020 verschoben. Dann auf Mai 2021. Auch das klappte nicht ganz. Im Mai 2022 war endlich die Luft rein. Aller guten Dinge sind vier? Wie man ihrem selbstbetitelten Debütalbum entnehmen kann, das beim ersten Konzert dieser Tournee aufgenommen und im Februar 2023 bei Aerophonic Records veröffentlicht wurde, war die Band zu diesem Zeitpunkt bereit, die Zügel zu sprengen.
Harniks erstaunliche Fähigkeit, ihrem Instrument unvorstellbare Klänge zu entlocken, passt gut zu dem grenzenlosen Klangerzeuger, zu dem der Alchemist Lonberg-Holm sein Cello konsequent verwandelt. Daisy ist eine der wenigen Perkussionistinnen, die logisch von Schwung und Drive zu Textur und Anschlag wechseln kann und der Band damit eine ähnlich panoramische Aussicht bietet, von der aus sie Neues entdecken kann. Mit dieser pastoralen Weite im Hinterkopf beschloss Rempis, sich selbst herauszufordern, indem er sein Arsenal für diese Tournee auf sein erstes Horn – das Alt – beschränkte. Aus diesem Grund hört man vielleicht die offensichtliche Verbindung zwischen dieser Band und den kleinen Gruppen, die Cecil Taylor in den 60er und 70er Jahren mit Jimmy Lyons leitete, dessen flinke und kantige Linien zweifellos ein Maßstab für Rempis sind.
Wenn diese vier sich zu Earscratcher zusammenschließen, entstehen manchmal wirbelnde Klangspiralen, die Spannungsbänder zu einem Zyklon verdrehen, und manchmal finden wir uns im Auge dieses Sturms wieder, eingehüllt in eine Welle geduldiger und zentrierter Ruhe. Zwei Positionen, die in diesem Zusammenhang eine unendliche Anzahl von Routen dazwischen bieten, die während eines Ausflugs entstanden sind, der das Warten definitiv wert war.
https://www.daverempis.com/earscratcher
Ort: exploratorium berlin, Saal
Zugang: Haupteingang (durch das Restaurant Mokja)
Livestream: Das Konzert wird als Livestream auf unserem YouTube-Kanal übertragen: https://www.youtube.com/exploratoriumberlin
Preisinformation:
Eintritt 15/12/6 € (Normalpreis/ermäßigter Preis/Berechtigungsausweis) Die Abendkasse öffnet um 19:30 Uhr. Bitte bezahlen Sie bar. Kartenzahlung ist nicht möglich.
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