Elaine Mitchener präsentiert Neuinterpretation von Peter Maxwell Davies' „Eight Songs for a Mad King“. Das Stück thematisiert den psychischen Zerfall von George III. und den moralischen Niedergang der Kolonialmacht. Inspiriert von schwarzen Darstellern wie Julius Eastman, wirft Mitchener einen kraftvollen Blick auf den postkolonialen Kontext und die Nicht-Repräsentation nicht weißer, weiblicher Stimmen in der Musikgeschichte.
Peter Maxwell Davies‘ ikonisches Musiktheater „Eight Songs for a Mad King“ von 1968 thematisiert das Verhältnis von Wahnsinn und Macht. Im Zentrum des Werks steht der psychische Zerfall des britischen Monarchen George III. und der gleichzeitige moralische Zerfall der Kolonialmacht. Elaine Mitcheners Inszenierung ist inspiriert von der Beziehung früherer schwarzer Darsteller zu diesem Stück, darunter Julius Eastman und William Pearson. Am 25. November zeigt Mitchener das Stück in einer neuen Interpretation mit einer Choreografie von Dam Van Huynh im Radialsystem. Dem Stück vorangestellt sind die beiden Werke „Joy Boy“ von Julius Eastman und „Owner’s Manual“ von Elaine Mitchener.
In ihren eigenen Musiktheaterkreationen deckt Elaine Mitchener psychische und historische Wunden auf. Als erst zweite weibliche Sängerin, nach der iranisch-amerikanischen Mezzosopranistin Haleh Abghari, kann ihre Interpretation von „Eight Songs for a Mad King“ auch als Meta Erzählung über den Kulturbetrieb und dessen Weiterführung postkolonialer Gewalt gelesen werden. Insbesondere in Bezug auf die Abwesenheit nicht weißer, weiblicher Körper und Stimmen und deren Nicht-Repräsentation innerhalb eines europäischen Kanons der klassischen und zeitgenössischen Musik.