Das sagt der/die Veranstalter:in:
Elser: Ich habe meine Ansichten geändert.
Frage: Dadurch, daß Sie festgenommen worden sind?
Elser: Nein, ich glaube bestimmt, daß mein Plan gelungen wäre, wenn meine Auffassung richtig gewesen wäre. Nachdem er nicht gelungen ist, bin ich überzeugt, daß er nicht gelingen sollte und daß meine Ansicht falsch war.
Selbst gelesen, genehmigt und unterschrieben:
gez. Georg Elser.
So enden 203 Seiten Vernehmungsprotokoll. Ein Zeitzeugnis, das nie für die Augen der Öffentlichkeit gedacht war. Georg Elsers Anschlag auf Hitler war ein Dorn im Auge der Nazipropaganda, denn einen Einzelnen, der ihre Ordnung hätte stürzen können, durfterf es nicht geben. Hartnäckig hielten sich Gerüchte einer Inszenierung oder eines Inside-Jobs. Elsers Scheitern markierte eine persönliche und historische Zäsur. Ein versuchter Tyrannenmord, ein gescheiterter Anschlag, das Aufstehen eines Einzigen gegen eine gnadenlose Staatsmacht und für die eigenen Werte!
Während die Tat und ihre Konsequenzen wie ein bleierner Schatten über der Szenerie hängen, flüchten sich die Figuren in eine fast surreale Dynamik. Rückblicke in Elsers Vergangenheit schaffen ein Gegengewicht zur beklemmenden Realität, Familienmitglieder und Geliebte stehen plötzlich in der Zelle.
„Eller“ verbindet Zitate aus dem Vernehmungsprotokoll mit Überlieferungen und fiktiven Verdichtungen zu einem Stück über Leben und Sterben des Tischlers aus Königsbronn. Zwischen heroischem Plan und bitterer Realität sucht die Inszenierung nach der Wahrheit hinter den Mythen und nutzt Mittel der Überzeichnung, um die Angst vor der eigenen Zivilcourage spürbar zu machen. Wie viel Verantwortung muss ein jeder übernehmen? Ab wann ist Mord gerechtfertigt? Und darf man einen Attentäter als Held ehren?
Preisinformation:
Normal: 6,00 € Ermäßigt*: 3,00 € *Schüler:innen, Studierende, Auszubildende, Rentner:innen, Schwerbehinderte, Arbeitssuchende mit Ausweis
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