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Erinnerung eines Mädchens

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In ihrer 2016 erschienenen autobiografischen Erzählung «Erinnerung eines Mädchens» unternimmt die französische Autorin Annie Ernaux den Versuch, einem zutiefst prägenden Ereignis in ihrem Leben auf die Spur zu kommen. Was ist ihr, der damals achtzehnjährigen jungen Frau, im Sommer 1958 widerfahren? Zwischen Erinnerungsbruchstücken, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und jahrzehntealten Fotografien unternimmt die Autorin eine nahezu forensische Analyse des Geschehenen, seiner Auswirkungen und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und sexuellen Doppelmoral, die Männern und Frauen gänzlich unterschiedliche Formen der «Freiheit» zuzusprechen respektive zu verwehren pflegt. «Erinnerung eines Mädchens» zeigt die schmerzhafte Auseinandersetzung der fast Achtzigjährigen mit sexueller Scham, Ohnmacht und Selbstermächtigung und ist – kurz vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung erschienen – ein berührendes und zutiefst politisches Dokument vom Ende des Schweigens.

«Sie ist berauscht von ihrer Freiheit, dem Ausmaß ihrer Freiheit.»

Annie Ernaux, 1940 in der Normandie geboren, zählt zu den bedeutendsten französischen Schriftsteller*innen der Gegenwart. In ihrem Werk untersucht sie mit schonungslosem Blick Unterdrückungs- und Emanzipationsstrukturen von Klasse, Herkunft und Geschlecht. Ihre literarische Methode der Autofiktion ist fixer Bezugspunkt des soziologischen und schriftstellerischen Werks klassensensibler, politischer Autor*innen wie etwa Didier Eribon und Édouard Louis.

Die italienische Regisseurin Silvia Costa wird sich mit «Erinnerung eines Mädchens» dem Münchner Publikum vorstellen.

 

Location

Marstall
Marstallplatz 4
80539 München

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