Die Vereinigten Staaten gelten eigentlich als Inbegriff kultureller Freiheit: ein Land der offenen Debatte, der künstlerischen Experimentierfreude und der starken Zivilgesellschaft. Universitäten, Museen, Orchester und Medien sind Orte, an denen Konflikte ausgetragen, aber auch neue Perspektiven erprobt werden. Doch das Bild wandelt sich: Streit um Bücher, Lehrpläne, Ausstellungen oder Konzertprogramme prägt die öffentliche Diskussion. Kultur wird zunehmend zum politischen Kampffeld. Dabei geht es nicht nur um Kunst im engeren Sinne. Hinter den Auseinandersetzungen um Repertoire, Sprache oder Institutionen stehen tiefere Fragen: Was bedeutet Freiheit? Wer bestimmt, was öffentlich gesagt oder gezeigt werden darf? Welche Rolle spielen Staat, Markt und Gesellschaft für das kulturelle Leben? Und entfernen sich die kulturellen Selbstverständnisse Europas und der USA inzwischen stärker voneinander, als wir lange angenommen haben? Oder schauen wir zu einseitig auf die Entwicklungen der USA?
Mitwirkende:
Elmar Theveßen Journalist, Autor
Klaus Wegener Moderation
Axel Rüger Direktor der Frick Collection, New York