Während in Amsterdam der Faschismus aufkeimt, sucht die jüdische Studentin Etty Halt beim älteren, unkonventionellen Psychochirologen Julius Spier. Die sechsteilige Dramaserie ist von den Schriften der niederländischen, jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum inspiriert, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Regisseur Hagai Levi versetzt ihre Geschichte in die Gegenwart.
Ab 21 Uhr Panel zu Fürsorge unter Druck –– Mental Health in Zeiten rechter Gewalt.
Im Anschluss an die Vorführung diskutieren Hauptdarstellerin Julia Windischbauer, Christina Feist und Nina Fraeser – moderiert von Kristina Omelchenko – über die Bedeutung von Selbstbestimmung und Fürsorge in Zeiten zunehmender rechter Gewalt. Ausgehend von der Serie, die historische Erfahrung mit gegenwärtigen Bildern verwebt, geht es um die Frage, wie Menschen angesichts von Angst, Entrechtung und gesellschaftlichem Druck handlungsfähig bleiben und welche Rolle Haltung, Solidarität und Selbst- und Communityfürsorge dabei spielen.
Julia Windischbauer – Schauspielerin und Filmemacherin. Sie spielt Etty Hillesum; Ensemblemitglied am Burgtheater Wien, ausgezeichnet u. a. mit dem Max-Ophüls-Preis und dem Diagonale-Schauspielpreis.
Christina Feist – Historikerin, Philosophin und Journalistin. Überlebende des rechtsterroristischen Anschlags in Halle (Saale) 2019; engagiert sich für Betroffenenrechte, Opferschutz und eine betroffenenzentrierte Erinnerungskultur.
Nina Fraeser – Feministische Geografin. Sie forscht zu kollektiven Antworten auf zwischenmenschliche Gewalt und zu Formen von Gerechtigkeit jenseits strafrechtlicher Systeme.