Vortrag von Autor, Künstler und Fotograf Prof. Dr. Rolf Sachsse
Abram und Eugen Mittelmann verkörpern in Leipzig während der 1920er und 1930er Jahre das klassische Dilemma eines gestalterischen Handwerks in einem modernen Medium: einerseits im Streben nach zeitgenössischen Bildformen mit ästhetischem Anspruch, andererseits in der Erfüllung sachlicher und ökonomischer Zwänge eines durchaus streng regulierten Berufs. Gerade für Abrams Sohn Eugen Mittelmann ist der Widerspruch zwischen einer Gestaltung des Neuen Sehens und überkommenen Stereotypen des Atelier-Porträts nicht einfach auszuhalten. Die Situation verschlimmert sich ab 1933, als das jüdische Unternehmen in jeder Hinsicht drangsaliert wird, bis zur Emigration von Eugen Mittelmann und seiner Familie.
Der Vortrag wird den Entwicklungen bei Vater und Sohn Mittelmann selbst, aber auch im näheren und weiteren Umfeld der Fotografie-Szene jener Jahre an einzelnen Beispielen entlang bis in manche Verästelung nachgehen. Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf die Drangsalierung, Verfolgung und Exilierung eines jüdischen Handwerksbetriebs gelegt.
Anmeldung stadtmuseum@leipzig.de oder T. 0341.9651340