FOTO: © Happening & Fluxus, 1970-1971, Balthazar Burkhard/ Harald Szeemann © J. Paul Getty Trust

Filmabend von Köln im Film: „Lange Fluxusnacht“ (Teil 2)

2G Film Education

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Anlässlich des 50. Jubiläums der Skandal-Ausstellung „happening & fluxus“ im Kölnischen Kunstverein erinnert „Köln im Film“ an die Zeit, in der Köln zur Kunstmetropole wurde.

„Ich finde, das ist ein ganz großer, alberner Quatsch“, echauffiert sich eine junge Besucherin über das „5-Tage-Rennen“, das anlässlich des 2. Kölner Kunstmarktes 1968 mit Wolf Vostell und der Gruppe Labor e.V. zur Erforschung akustischer und visueller Ereignisse in der Tiefgarage der Kölner Kunsthalle statt fand, in einer WDR-Reportage.

Kaum zwei Jahre später löste die Ausstellung „happening & fluxus“ (06.11.1970 –06.01.1971) im Kölnischen Kunstverein, an der neben Vostell auch Joseph Beuys, die Wiener Aktionisten Otto Mühl und Hermann Nitsch, Nam June Paik oder Carolee Schneemann beteiligt waren, einen Skandal aus. Dabei neigte sich die Hochzeit der Fluxus-Bewegung, die als eine der radikalsten und experimentellsten Kunstbewegungen der sechziger Jahre galt, zu diesem Zeitpunkt bereits ihrem Ende zu. Die Kölner Bevölkerung reagierte 1970 dennoch mit Unverständnis, die Presse spöttelte, Kontroversen mit den Behörden eskalierten in der vorübergehenden Schließung und brachten Köln damals den Titel „deutsche Hauptstadt der (Kunst-)Zensur“ ein. Diese Entwicklungen ebneten der Kunstszene Köln allerdings erst den Weg, um sich neben Konkurrenten wie Düsseldorf, Wuppertal oder Krefeld zu behaupten und schließlich selbst zur Kunstmetropole zu werden.

Gemeinsam mit dem Filmclub 813, in Kooperation mit dem Museum Ludwig und dem Kölnischen Kunstverein erinnert Köln im Film an zwei Abenden (09.&10. Dezember 2021) mit einem vielseitigen Filmprogramm an Fluxus und Happening in Köln. Zeitgenössische Fernsehberichte zur Ausstellungseröffnung und WDR-Reportagen bilden Umbrüche in Kunst und Gesellschaft im Köln der 1960er und 1970er Jahre ab. Passend dazu bieten die „Fluxfilm Anthology“ von George Maciunas und der biografische Dokumentarfilm „George, the story of George Maciunas & Fluxus“ (2018) von Jeffrey Perkins in deutscher Erstaufführung Einblicke in das Leben des Mitbegründers der Avantgarde-Kunstbewegung und in die Geschichte von Fluxus insgesamt.

Begleitend zu den Filmprogrammen setzen sich Birgit Hein (Filmwissenschaftlerin und Filmemacherin) und Wulf Herzogenrath (Kunsthistoriker und Kurator) mit der Happening- und Fluxus-Bewegung auseinander und bieten als Zeitzeug*innen kenntnisreiche Einblicke.

Programm am 10.12.:

  • Happening & Fluxus (1970) - Rückblick auf die Ausstellung, Regie: Peter Maenner, WDR 1972, (gek. Fassung) 30 min.

Der umfassende Bericht über die Ereignisse zur Ausstellung „happening & fluxus“ im Kölnischen Kunstverein zieht ein Jahr später Bilanz. Gezeigt werden die Künstler*innen bei ihren Aktionen, die der Kommentator teils scharf kritisiert.

  • George, the story of George Maciunas & Fluxus, Regie: Jeffrey Perkins, USA 2018, 128 min., Original mit engl. UT

Originelles, umfassendes und humorvolles Portrait des in Litauen geborenen Visionärs und Mitbegründers der Avantgarde-Kunstbewegung Fluxus. Maciunas (1931-1978), der ein internationales Netzwerk von Künstlern, Musikern und Dichtern aufbaute, galt als kompromissloser Visionär, der die Grenzen zwischen Kunst und Leben sprengen wollte. In Interviews kommen über dreißig Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zu Wort, u.a. Yoko Ono, Jonas Mekas und Nam June Paik.

 

Teil 1 des Filmprgramms zu „happening & fluxus“ findet am 9.12. um 19:30 Uhr im Filmforum NRW statt. Weitere Infos finden Sie auf unserer Website oder direkt hier im Programmflyer.

Preisinformation:

Aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung ist der Kinobesuch derzeit nur für vollständig Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis möglich.

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