FOTO: © Courtesy of Haneda Sumiko and Kanatasha, Inc.

Filme von Haneda Sumiko

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Das sagt der/die Veranstalter:in:

12h, Auditorium

早池峰の賦 / Hayachine no fu (Ode to Mount Hayachine)

R: Haneda Sumiko, Japan 1982, 16 mm, 186 min, Japanisch mit engl. Untertiteln

Viele Jahre arbeitete Haneda Sumiko an der Idee, einen Film über das Hayachine Kagura zu machen, ein Tanzfest im Norden Japans, das traditionell an den Hängen des Hayachine-Bergs in der Präfektur Iwate abgehalten wird. Ursprünglich handelte es sich um einen religiösen Tanz von Mönchen, inzwischen wird das Kagura von der lokalen Dorfgemeinschaft als kulturelles Erbe am Leben gehalten. Haneda begleitete zwei Gruppen von Tänzer*innen und Musiker*innen aus den Dörfern Take und Otsuganai bei den Proben und Aufführungen. Hayachine no fu nimmt das Kagura zum Anlass für eine eingehende Betrachtung des Lebens dieser Dorfgemeinschaften in einer Zeit, in der ihre traditionelle Wirtschaft und Lebensweise rapiden Veränderungen unterlag. Der Film ist von Hanedas sensiblem Zugang zur Natur geprägt – dem Berg, dem Rhythmus der Jahreszeiten, dem Vergehen der Zeit – und zeichnet ein vielschichtiges Bild vom Leben auf dem Land in den frühen 1980er Jahren in Japan, an der Schwelle zwischen Tradition und Moderne, zwischen Überkommenheit und Erneuerung.

Ricardo Matos Cabo

17h, Auditorium

村の婦人学級 / Mura no fujin gakkyu (Women’s College in the Village 1957)

R: Haneda Sumiko, Japan 1957, 35 mm, 25 min, Japanisch mit engl. Untertiteln

Haneda Sumiko, 1926 im chinesischen Dalian (in der bald darauf japanisch besetzten Mandschurei) geboren, begann ihre Karriere bei Iwanami Productions, einer 1950 gegründeten Gesellschaft für Bildungs- und Werbefilme. Über drei Jahrzehnte hinweg drehte Haneda als Angestellte des Unternehmens mehr als 80 Filme. Der erste war Mura no fujin gakkyu, beauftragt vom Bildungsministerium zur Förderung der Frauenbildung auf dem Land. Haneda verbrachte mehr als vierzig Tage in dem Dorf Iwane und arbeitete mit einheimischen Frauen, die sich zu einer Lerngruppe zusammengeschlossen hatten. Ihren Zugang beschreibt sie so: „Zu Dokumentarfilmen gibt es die unterschiedlichsten Haltungen und Ansätze. Meine Ansicht ist: Wenn ich einen Film über Menschen an einem Ort mache, geht es um eine lebenslange Beziehung.“

薄墨の桜 / Usuzumi no sakura (The Cherry Tree with Gray Blossoms)

R: Haneda Sumiko, Japan 1977, 16 mm, 43 min, Japanisch mit engl. Untertiteln

Usuzumi no sakura war Haneda Sumikos erstes unabhängiges Unternehmen, nachdem sie viele Filme für Iwanami Productions gedreht hatte. 1969 fuhr sie zu einem Kirschbaum in der Präfektur Gifu, von dem es hieß, er wäre im frühen 6. Jahrhundert gepflanzt worden; demnach wäre er einer der ältesten im Land. Haneda erzählte später, dass der Baum einen uralten, beseelten Eindruck auf sie machte, dass seine majestätische Wirkung in ihr den Entschluss reifen ließ: „Mit diesem Baum, und zwar nur mit diesem Baum, kann ich einen Film machen.“ Ursprünglich wollte sie Gedichte ihrer jüngeren Schwester im Film verwenden, diese starb aber nur ein Jahr später an Krebs. Haneda kam 1972 auf das Projekt zurück und filmte den einzeln stehenden Baum über zweieinhalb Jahre hinweg immer wieder, um ihn im Wechsel der Jahreszeiten zu Gesicht zu bekommen. Daraus resultierte eine poetische Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und Erinnerung an der Schwelle zwischen Menschlichem und Nichtmenschlichem. Eine weibliche Stimme aus dem Off dient als Anker, dazu sind gespenstische Bilder eines heranwachsenden Mädchens zu sehen.

19.30h, Auditorium

AKIKO—あるダンサ—の肖像— / Akiko aru dansa no shozo (Akiko – Portrait of a Dancer)

R: Haneda Sumiko, Japan 1985, 16 mm, 107 min, Japanisch mit engl. Untertiteln

Zu Beginn dieses Films stand der Wunsch der Tänzerin und Choreografin Kanda Akiko, ihren Arbeitsprozess bei der Produktion eines neuen Stücks dokumentieren zu lassen. Zu diesem Zweck lud sie Haneda Sumiko zu Proben und Aufführungen ein. Akiko, eine frühere Studentin von Martha Graham, war damals im Alter von knapp 50 Jahren eine etablierte Vertreterin des Modern Dance. Akiko aru dansā no shōzō stellt die öffentliche Figur der Tänzerin mit ihrer unerschöpflichen Energie bei der Entwicklung ihrer Arbeit einem intimen Porträt ihres persönlichen Raums, ihrer Zerbrechlichkeit, ihres bescheidenen Lebens und ihrer Familie gegenüber. Fast 30 Jahre später drehte Haneda 2012 einen weiteren Film Soshite akiko wa ... Aru dansā no shōzō (Und dann ist Akiko ... Porträt einer Tänzerin), in dem sie die letzte Aufführung der Tänzerin dokumentierte, die wenig später an Krebs starb. Der Film legt ein beeindruckendes Zeugnis ab von der Hingabe, mit der Haneda sich ihrem Thema widmete.

Ricardo Matos Cabo

Location

Haus der Kulturen der Welt | HKW
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Organizer

Haus der Kulturen der Welt | HKW
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

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