zum 11. Hamburger Architektur Sommer und
zum Fotosommer der 9. Triennale der Photographie
Die Entwicklung der Stadt aus ungewöhnlichen Perspektiven.
Drei fotografische Positionen von Claas Möller & Peter Bruns, Gerald Chors und Michael Penner.
Die Ausstellung in der xpon-art gallery ist geöffnet bis zum 12. Juli.
Vernissage mit den Fotografen am 11. Juni 2026 um 19 Uhr.
LOVE [in] the City ist eine Fotoausstellung von drei Positionen flanierender Fotografen, die das Hamburger Stadtbild mit ungewohnten Blicken dokumentiert. Claas Möller und Peter Bruns, Preisträger des Georg-Koppmann-Preises für Hamburger Stadtfotografie, zeigen eine Vielzahl von tatsächlichen wie Ersatz-Religionen in architektonischen Kuriositäten. Gerald Chors dokumentierte mit den ersten Fotos der Smileys von OZ das Hamburger Stadtbild von 1991 und stellt ihnen Aufnahmen derselben Orte von heute gegenüber. Michael Penner fotografiert seit Jahren Bauplanen und Plakate, die Neubauten verdecken und zeigen, was werden soll, dabei aber ein Eigenleben entwickeln und erreicht in seinen Aufnahmen einen irritierenden Schwebezustand, der den gewohnten Blick ins Wanken geraten lässt und die Ambivalenz der Entwicklung gut beschreibt.
Beobachtungen, die über Momentaufnahmen hinausgehen, Prozesse widerspiegeln und ohne viel Worte die Liebe zu und in der Stadt reflektieren.
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Neben den klassischen großen religiösen Bauten verschiedener Epochen gibt es unzählige Orte, an denen sich gesellschaftliche Phänomene manifestieren - eine Vielzahl an Religionen an oft unüblichen und ungewohnten Orten, und solche, die man als Ersatzreligionen bezeichnen kann: Konsumtempel, Fußball-Kathedralen oder Autopaläste. Auf ihrer fotografischen Spurensuche nach architektonischen Perlen, Utopien, Kuriositäten und Merkwürdigkeiten nähern sich CLAAS MÖLLER und PETER BRUNS diesem Phänomen und extrahieren optische Parallelen und Brüche, um diese neu zu ordnen und in Beziehung zu setzen.
Vor 35 Jahren dokumentierte GERALD CHORS während eines Spaziergangs die ersten Smileys, die plötzlich überall in der Stadt auftauchten, auf einen einzigen 35mm-Film. Erst später gab es dazu einen Namen: Walter Josef Fischer, damals bekannt als OZ. Heute beginnt die Meinung über Graffiti sich in der breiten Gesellschaft zu ändern, wie der Erfolg der Ausstellung 'Eine Stadt wird bunt‘ im Museum für Hamburgische Geschichte, die ein repräsentatives Bild der Serie in großem Format enthielt, zeigte. Während der Bürgermeister von Neapel kürzlich zugab, dass die vielen Graffiti ein wesentlicher Bestandteil der Identität der Stadt sind, werden die Smileys in Hamburg immer noch mit viel Aufwand entfernt. OZ verbrachte einen Großteil seines Lebens im Gefängnis, obwohl er nur ein Lächeln auf das Gesicht der Stadt zauberte und "immer auf der Suche nach Liebe war." Die Fotografien wurden nach 35 Jahren erneut aufgenommen und gegenübergestellt. Das Ergebnis überraschte.
MICHAEL PENNERs Fotografien von den heute meist verhüllten Baustellen sind gefundene Ansichten im öffentlichen Raum, die er seit über 10 Jahren fotografiert. Ausgestellt sind Bauplanen und Plakate, die potemkinschen Dörfer der Moderne, wie er sie nennt. Aber in diesem Falle geben sie nicht vor, was ist, sondern was sein wird oder besser, werden soll. Die Attrappen von Utopien und Versprechen entwickeln im öffentlichen Raum jedoch ein Eigenleben und werden des Öfteren von der Realität unterbrochen. Die Motive sind irritierend, der gewohnte Blick beginnt zu wanken, und auch wenn sie es auf den ersten Blick vermuten lassen, sind dies keine Foto-Collagen. Es wird ein surrealer Schwebezustand erreicht, der die Mehrdeutigkeit unserer Städte und ihrer Entwicklung festhält.
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Teilnehmende Künstler:
Claas Möller & Peter Bruns, Gerald Chors, Michael Penner
xpon-art gallery
Repsoldstraße 45, 20097 Hamburg
@xponartgallery | www.xpon-art.de
Eröffnung
Do 11. Juni 19 Uhr
Öffnungszeiten:
Sa-Di 18 – 21 Uhr
Finissage
So 12. Juli 11 – 16 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg
Preisinformation:
Der Eintritt ist frei, weil jeder Zugang zu Kultur haben soll. Sie dürfen allerdings gerne welchen spenden, wenn Sie den sonst auch honorieren. Getränke sind gegen Spende erhältlich. Wir bieten nichts an, was wir nicht auch selber trinken würden. Wir konzipieren diese Ausstellungen und betreiben diesen Raum, weil wir es wichtig finden, dass es konstante und anspruchsvolle Positionen zwischen staatlichen Museen und kommerziellen Galerien einerseits und wechselnden Plattformen für Nachwuchskunst andererseits gibt - zum einen, um noch nicht etablierte Kunstschaffende besser zu fördern, und zum anderen, um eine lebendigere Kultur für die Kommunikation zwischen Kunst und Öffentlichkeit zu schaffen.