FOTO: © Extra tropical (yucca), film still (c) Nicolas Carrier & Marie Ouazzani
FOOD & FOOTAGE X Food Cultures: A Triangular Liquid City, Where Bodies and Spices Circulate
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Diese Ausgabe von FOOD & FOOTAGE betrachtet die Weiten der Ozeane nicht als kontinentale Trennlinien, sondern als fließende Infrastrukturen, die weit entfernte Regionen miteinander verbinden. Anhand der historischen Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen rund um den Globus zeigen wir, dass Kolonialisierung eine ökologische und urbane Aneignung ist: Städte sind ebenso wie Kulturen verschiebbar. Das Programm dezentriert eurozentrische Migrationsnarrative, indem es sie zwischen Anthropologie und Anthropozän verortet, wo die Bewegung menschlicher Körper mit dem Fluss von Samen, Nahrungsmitteln und Sedimenten zusammenläuft.
Indem es diese umfassende Geschichte mit der migrantischen und arabischen Diaspora in Moabit verknüpft, nutzt FOOD & FOOTAGE das Kino und gemeinsame kulinarische Praktiken, um zu erforschen, wie migrierende Zutaten zu lebendigen Architekturen der Erinnerung, des Überlebens und der Gemeinschaftsbildung werden.
Filme
Extra tropical (arecaceae) / (yucca) / (hevea) / (opuntia)
von Nicolas Carrier & Marie Ouazzani
6’22’’ / 6’28’’/ 6’24’’/ 6’18’’
Frankreich, 2020-22
Französisch/Portugiesisch/Niederländisch/Italienisch mit englischen Untertiteln
In Extra tropical (arecaceae) erinnern uns die Palmen des Hafens von Brest daran, dass sie bereits im Oligozän vorhanden waren, und betrachten machtlos ihre Ausbeutung durch die Agrar- und Lebensmittelindustrie zur Gewinnung von Palmöl. Sie träumen von einem Europa, das in mehr oder weniger naher Zukunft wieder tropisch geworden ist. Extra tropical (yucca) konzentriert sich auf die Yuccas im Hafen von Lissabon und betrachtet diese Pflanzen amerikanischen Ursprungs als Spuren, die die intensiven Reisen des Dreieckshandels hinterlassen haben. Extra tropical (hevea) rückt die Kautschukbäume des Hafens von Antwerpen und ihre Rolle bei der Ausbeutung der ehemaligen belgischen Kolonien in Afrika durch die Chemie- und Automobilindustrie wegen des von ihnen produzierten Kautschuks in den Mittelpunkt. In Extra tropical (opuntia) erzählen uns die Nopales des Hafens von Genua von ihrer Verbreitung durch den Seetransport. Angesichts der jüngsten Explosion des Massentourismus und der Kreuzfahrten träumen sie davon, Zufluchtsorte zu sein, um der ökologischen Krise zu begegnen.
Quem me encontrar parado me empurre para o meio
von Alina d’Alva Duchrow
3’12’’
Brasilien, 2018
Portugiesisch/Spanisch mit englischen Untertiteln
Wer mich stillstehend vorfindet, stößt mich in die Mitte – so lautete der Satz, der häufig auf den kleinen Holzbooten zu lesen war, die Arbeitsmigranten, die in den Wald aufbrachen, ohne zu wissen, ob sie jemals nach Hause zurückkehren würden, als Kommunikationsmittel und als Zeichen des Glaubens nutzten. Die aus Ceará stammenden Menschen, die im Amazonasgebiet im Exil lebten, warfen die Boote in den Fluss, um Versprechen einzulösen, die sie in Momenten der Verzweiflung dem Heiligen Francisco de Canindé gegeben hatten. In dem Video liest die Künstlerin einen Brief vor, den eine Frau verfasst hat, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Amazonasgebiet lebte und der direkt an São Francisco gerichtet ist, während wir sehen, wie sie ein Boot auf dem Fluss vorantreibt. Dies steht für den Wunsch, den Fluss der Erinnerungen zu sichern, in einer ausdrücklichen Weigerung, sie auszulöschen, und so künftige Schiffbrüche zu vermeiden.
A Semente
von Alina d’Alva Duchrow
17’58’’
Brasilien, 2022
Portugiesisch/Spanisch mit englischen Untertiteln
Die Filmvorführung ist kostenlos; der Kauf eines Abendessens ist keine Voraussetzung für die Teilnahme am Filmabend. Dank der großzügigen Förderung durch QM Beusselstraße ist das Menü bei dieser Veranstaltung auf Spendenbasis erhältlich (Getränke nicht inbegriffen). Wir bitten für die bessere Planung darum, ein Freiticket zu reservieren.
Einlass: 19:00
Abendessen: 19:30
Filmbeginn: 20:30
Diese Ausgabe von FOOD & FOOTAGE wird vom Aktionsfond QM Beusselstrasse gefördert.
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