In Momenten des Ausnahmezustands geraten bestehende Ordnungen ins Wanken. In diesen Situationen wird Macht sichtbar: Sie zeigt sich in Ritualen, Handlungen und Ereignissen, die Autorität behaupten, Zugehörigkeit erzeugen und Wahrnehmung von Wirklichkeit formen.
Rafael Heygster fotografiert solche Momente seit mehr als zehn Jahren. Er beobachtet er Schauplätze, an denen Macht sich inszeniert, Legitimitätsanspruch ausdrücken möchte oder in Frage gestellt wird: Rüstungsmessen, auf denen Krieg als konsumierbare Erfahrung vermarktet wird. Eine Gesellschaft im Ausnahmezustand der Pandemie, die nach neuen Ordnungen tastet. Wahlkampfveranstaltungen einer erstarkenden Rechten, die ihren Machtanspruch in choreografierter Selbstinszenierung artikuliert.
State of Exception versammelt Ausschnitte aus drei Langzeitprojekten:
I Died 22 Times (2016–2025), Corona Rhapsody (2020–2022) und Democracy Dies in Daylight (2023–2026). So unterschiedlich ihre Schauplätze sind, teilen sie eine gemeinsame Frage: Wie wird Macht im 21. Jahrhundert sichtbar - und was machen diese Bilder mit uns?
Heygsters dokumentarische Bilder sollen keine einfachen Antworten auf komplexe Fragestellungen liefern. Vielmehr laden sie die Rezipierenden ein, ihre eigene Position zur Thematik zu reflektieren.
Die Ausstellung wird unterstützt durch die Programmförderung der Behörde für Kultur und Medien.
Biografie:
Rafael Heygster (*1990) ist freiberuflicher Fotojournalist. Seine Projekte setzen sich aus humanistischer Perspektive mit dem Verhältnis von Individuen mit ihrem politischen, sozialen sowie kulturellen Umfeld auseinander.
Er studierte Kulturanthorpologie & Politikwissenschaften in Hamburg sowie Fotojournalismus & Dokumentarfotografie in Hannover und Aarhus.
Heygsters Arbeiten wurden vielfach international ausgestellt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einem World Press Photo Award
Preisinformation:
Eintritt Frei