Frankenstein
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Die theatralische Auseinandersetzung mit Mary Shelleys Klassiker öffnet den Blick auf das Schicksal eines Geschöpfs, das in völliger Verlassenheit entsteht und so zur tragischen Gestalt wird. Victor Frankenstein vollbringt das scheinbar Unmögliche: Er schenkt Leben, doch seine Schöpfung bleibt namenlos und ohne Schutz zurück. Auf der Suche nach Zugehörigkeit wird das Wesen von Einsamkeit und Verstoßensein geformt – eine Odyssee, die in Zerstörung und Leid endet.
Regisseur Kieran Joel, bekannt durch seine eindrückliche Darmstädter Inszenierung von „Jedermann“, rückt in dieser Interpretation die Frage in den Mittelpunkt, was es bedeutet, ohne eine Vaterfigur aufzuwachsen. Lässt das Fehlen einer solchen Bezugsperson ein Leben in sozialer Isolation entstehen, das aus dem Wunsch nach Anerkennung Chaos hervorbringt?
Das Stück verbindet intensive Bilder und klug gesetzte Fragen, die das Publikum einladen, sich mit existenziellen Themen von Herkunft, Identität und der Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen auseinanderzusetzen.
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