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Zum ersten Mal verbinden sich Fred Friths innovative, vielschichtige Gitarrentexturen mit Verena Marisas spielerischer, elektronisch-gestischer Klangerzeugung und entfalten ein gemeinsames Feld tiefer Wahrnehmung. Ausgehend von naturgeformten Klangräumen und Prozessen der Materialbildung und -zersetzung, erforscht das Duo improvisatorisch diese Transformationen und durchquert biologisch wie akustisch vielfältige Klanglandschaften. Dabei wechseln sie fließend zwischen Mikro- und Makroperspektiven und navigieren faktische und imaginierte Landkarten auf verschiedenen Skalen von global zu lokal zu mikro-lokal.
Fred Frith ist Komponist, Improvisator und Dozent, am besten bekannt für die Neuerfindung der elektrischen Gitarre, die mit Guitar Solos im Jahr 1974 begann. Er erlernte sein Handwerk in Rockbands – namentlich der ikonischen Henry Cow – und durch das Erschaffen von Musik im Tonstudio. Freds Kompositionen wurden von Ensembles aufgeführt, die von BBC Scottish Symphony Orchestra und dem Arditti Quartet bis zu Hieronymus Firebrain und Sleepytime Gorilla Museum reichen. Zu seinen Filmmusik‑Credits zählen Rivers and Tides und Tracing Light von Thomas Riedelsheimer, The Tango Lesson und The Party von Sally Potter, Werner Penzels Zen for Nothing sowie der für den Oscar nominierte Last Day of Freedom von Nomi Talisman und Dee Hibbert‑Jones. Als Improvisator trat er mit bedeutenden Persönlichkeiten mehrerer Generationen auf, darunter Núria Andorrà, Lotte Anker, Derek Bailey, Alvin Curran, Camille Émaille, Joëlle Léandre, George Lewis, Phil Minton, Ikue Mori, Butch Morris, Pauline Oliveros und Susana Santos Silva. Er ist Protagonist des viel geliebten Films Step Across the Border von Nicolas Humbert und Werner Penzel.
Verena Marisa gehört zu den wenigen versierten Thereminspielerinnen weltweit. Nach klassischer Ausbildung an Violine undKlavier fand sie im berührungslos gesteuerten Instrument ihre künstlerische Freiheit. Sie setzt das Theremin jenseits von Genregrenzen melodisch-sanglich und als Experimentierfeld für innovative Klangerzeugung ein. Dabei verbindet sie eklektisch die traditionell geprägte mit der durch Cage beeinflussten Interpretation des Instruments. Die historische Funktion des Theremins zwischen intendiertem Nachfolger des akustischen Klangs und tatsächlichem Vorläufer des heutigen Synthesizers ist für Verenas Praxis ein wichtiger Ausgangspunkt – eine Dualität, die sie um aktuelle Techniken der Echtzeit-Klangmanipulation erweitert.
Verena hat ein volles Solokonzertprogramm für dieses einzigartige Instrument entwickelt, welches sie auf experimentellen wie Jazz- und Neue Musik-Festivals in Europa präsentiert. Als Komponistin brachte sie von der Kritik gelobte Orchesterwerke zur Uraufführung, namentlich NEW ERA in der Philharmonie München und MOPRHOLOGY in der Tonhalle München („eines der besten neuen Stücke“, NMZ).
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