FOTO: © Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco

Global Player

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Mit «Global Player» legte unsere junge Theatergruppe beim Theatertreffen der Jugend 2025 im Berliner Festspielhaus eine furiose Aufführung aufs Bühnenparkett, nun gibt es nochmal Gelegenheit die Inszenierung in München zu sehen: Als «Schwabing-Premiere» spielen wir auf der OpenAir-Bühne im Garten der Seidlvilla, Nicolaiplatz 1b. Bei Regen entfällt die Vorstellung!

Von und mit: Arya Durrani-Gill, Eyob Getachew, Fatemeh Hassani, Franziska John, Henry John, Jochanah Mahnke, Karim Aldiri, Mina Vogel, Mohammed Reda Talebi, Tracey Igbinosun

Leitung: Christine Umpfenbach und Denijen Pauljević
Video: Patrik Thomas
Kostüm: Roubs Style
Bühne: Xaver Unterholzner
HipHop Songs: Gündalein, ESC Rilla
Choreografie: Virat Läm Phetnoi 

Ton: Alejandro Nieto
Sound: Nick Pugh, Jakob Seeberger

In dem Stück Global Player der Theatergruppe des Bellevue di Monaco geht es um Global Player, um Konzerne und um Geflüchtete, die weltweit unterwegs sind und Grenzen überschreiten. In seinem herkömmlichen Sinne bezieht sich der Begriff «Global Player» auf Wirtschaftsakteure, die am internationalen Wettbewerb teilnehmen und weltweit eine Vormachtstellung einnehmen, indem sie Märkte auch außerhalb ihres nationalen Firmensitzes erschließen. Global Player (deutsch: Globaler Spieler) ist eine Bezeichnung für ein Unternehmen, das am internationalen Wettbewerb teilnimmt und in seiner Branche mit Technik, Qualität und Innovation weltweit eine Vormachtstellung einnimmt. Aus dieser Position heraus versuchen Global Player, die Märkte und politischen Bedingungen für ihre Produkte auch außerhalb ihres nationalen Firmensitzes in großem Maßstab in ihrem Sinne zu steuern, um ihre Position weiter auszubauen und zu konsolidieren. (Wikipedia) Die Idee zu dem Stück entstand durch ein Gespräch der Regisseurin Christine Umpfenbach mit Rüdiger Heid, der vor 25 Jahren die Straßenfußball-Liga buntkicktgut gründete. Muhammed, ein junger Geflüchteter, der in einer Unterkunft in Rosenheim lebte und die Stadt nicht verlassen durfte, fuhr immer heimlich nach München, um bei buntkicktgut zu trainieren. Er hatte gute Chancen Profifußballer zu werden, war bei Bayern München und anderen Profivereinen im Gespräch. Da sich aber sein Aufenthaltsstatus nicht verbesserte, entschied er sich eines Tages nach Schweden weiterzuziehen. Er ist wie viele andere Geflüchtete ein Global Player, nicht nur weil er ein sehr guter Fußballer ist, sondern auch weil er als Geflüchteter Grenzen ohne Pass und Geld überschritten hat. Ein Grenzgänger und -experte, der sich alleine minderjährig auf den Weg gemacht hat. Ein Global Player, der Grenzen - wie es Unternehmen tun- innovativ überschreitet, um am internationalen Markt teilnehmen zu können.

«Die Konzerne arbeiten völlig wertfrei: Ihr ausschließliches Ziel ist die Profitmaximierung. Sie besitzen eine politische, soziale, ökonomische Macht, wie sie nie zuvor ein König, ein Papst, ein Kaiser besessen hat. Gleichzeitig wachsen die Leichenberge ihrer Opfer. Die Feudalisierung der Welt geschieht genau in dem Moment, wo die Menschheit - zum ersten Mal in ihrer Geschichte - die materiellen Mittel hätte, ihr gemeinsames Glück zu verwirklichen. Warum kratzen hunderte bitterarme Dorfgemeinschaften zusammen, um einen, zwei, drei ihrer Jungen in Richtung Norden zu schicken? Weil das Eldorado Europa die letzte Hoffnung von Millionen und Abermillionen verzweifelter Menschen darstellt.» (Jean Ziegler)

Während Wirtschaftsakteure die Aufhebung der Grenzen für ihre Märkte durchsetzen, werden für andere immer höhere Grenzen errichtet. Die EU-Grenzen sind immer schwieriger zu überwinden, dennoch entscheiden sich Menschen es zu tun. Dabei erbringen sie Höchstleistungen, sie legen lange Wege zurück, überqueren Meere, springen über hohe Mauern, legen fast olympische Leistungen an den Tag. Sie sind die wahren Global Player. Auf der Bühne stehen junge Geflüchtete, Nicht-Geflüchtete und Schauspielerinnen. Die Texte sind entstanden durch Gespräche mit Manager*innen und Trainer*innen, die junge Fußballer*innen fördern und scouten, mit Profifußballer*innen und die, die es werden könnten und mit buntkicktgut, ein europaweit einzigartiges Beispiel des organisierten Straßenfußballs.

Gefördert von Kulturreferat München und der BuntStiftung München.Mit freundlicher Unterstützung von buntkicktgut.

Christine Umpfenbach ist Regisseurin und Autorin. Ihre dokumentarischen Theaterprojekte befassen sich mit gesellschaftspolitischen Themen. In Gleis 11 wurden die Abläufe von damals beispielsweise am Originalschauplatz, einem Luftschutzbunker direkt unter dem Münchner Hauptbahnhof, von Zeitzeugen nachgestellt. Urteile war das erste Stück im deutschsprachigen Raum, das aus Perspektive der Hinterbliebenen der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erzählt. Ihr Stück 9/26 – Das Oktoberfestattentat wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2021 nominiert. Im Bellevue di Monaco entwickelte sie zusammen mit Denijen Pauljević die Stücke „#Love“, „#Tempest“ und „Gilgamesh - leben ohne zu sterben“, das für das Berliner Theatertreffen der Jugend 2024 wurde.

Denijen Pauljević, in Belgrad geboren, flüchtete während der Jugoslawien-Kriege nach Deutschland. Er studierte interkulturelle Kommunikation, nahm an der Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Fernsehen und Film München teil und arbeitet an verschiedenen Literatur-, Drehbuch- und Theaterprojekten. 2014 erhielt er die Autorenförderung Raniser Debüt, 2015 das Literaturstipendium der Stadt München, 2021 das Sonderstipendium und 2022 das Stipendium Interkulturelles / Internationales. Seit Januar 2022 hat er mit Christine Umpfenbach die Leitung Kultur im Bellevue di Monaco inne.

 
 

 

 

Preisinformation:

Für ermäßigte Tickets Mail an kultur@bellevuedimonaco.de

Location

Seidl Villa
Seidl Villa Nikolaiplatz 1B 80802 München

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