von Lisaboa Houbrechts / Gastspiel laGeste, Gent Belgien
Ein Familienepos über drei Generationen, im Zentrum ein zwölfjähriges Mädchen, die Enkelin des titelgebenden „Großvaters mit den Katzen“: sie befragt den Großvater über das Unaussprechliche, das ihm als Kind in der Obhut eines katholischen Priesters widerfahren ist. Diese Spirale der sexuellen Gewalt setzt sich durch die Familiengeschichte vom Belgien der 1940er Jahre bis in die Gegenwart fort, und stellt den Glauben an einen guten Gott auf die Probe.
Verwoben mit der sublimen Musik und Poesie von Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion sowie entrückenden Choreografie-Sequenzen, entsteht eine intensive Collage, so verstörend wie erhaben. Die junge Regisseurin, seit 2022 u.a. im Leitungsteam des Toneelhuis Antwerpen, verarbeitet hier meisterhaft die eigene Geschichte und sagt selbst über den Abend: „Es ist eine dunkle Geschichte. Es geht um die Kinder, die in Gewaltspiralen gefangen sind. Der Drang, diese zu durchbrechen, kann unglaublichen Lebenswillen und Vorstellungskraft freisetzen, aber auch in Zerstörung münden. Der Raum zwischen Theater und Oper ist die perfekte Kunstform, um dieses Allerintimste radikal zum Ausdruck zu bringen.“
Dauer: 1:45 Stunden (keine Pause)
In niederländischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Deutschlandpremiere
2. Februar 2024, 19:30 Uhr, Thalia Theater
3. Februar 2024, 19:30 Uhr, Thalia Theater
Am 3. Februar im Anschluss: Prof. Dr. Hanna Klimpe (HAW Hamburg) im Gespräch mit Lisaboa Houbrechts und Ensemble
Koproduktion mit Opera Ballet Vlaanderen, Toneelhuis Antwerpen, Le Phénix Scène nationale de Valenciennes, MC 93 Paris, Opéra de Lille und Holland Festival Amsterdam, Taxshelter, Stad Gent und Vlaamse Overheid