From the Cradle straight to Hell – The Devils im Betty’s Black Pearl
Hervorragender Blues, roh serviert und mit ordentlich Pfeffer: Die Devils sind eine dieser Bands, bei denen man nach dem ersten Song weiß, dass heute nichts vorhersehbar wird. Besonders der Gitarrist hält das Publikum in Dauer-Alarmbereitschaft – nie langweilig, immer überraschend. Vielleicht ein bisschen dreckig, ganz sicher aber mit Disziplin, Druck und messerscharfen Arrangements. Kein Zögern, kein Schlendrian, kein weichgespülter Bluesrock.
Musikalisch orientieren sich die Dänen an den dunkleren Kapiteln der Bluesgeschichte. Ihren Stil beschreiben Sänger Søren Bruun, Gitarrist Lars Diers, Bassist Christian Balder und Drummer Magnus Söderberg selbstbewusst als „dreckigen Bluesrock“. Genregrenzen? Eher Bastelmaterial. Niedlich? Ganz sicher nicht. Liebeslieder und tränenselige Melancholie bleiben draußen. Bruun schleudert seine Stimme durch ein altes Green-Bullet-Mundharmonikamikrofon und beherrscht damit einen extrem verzerrten Quartett-Sound, der so gar nichts mit glatt gebügelten Bluesproduktionen zu tun hat. Stattdessen: 1950er-Jahre-Lo-Fi-Transistorsound, kompromisslos und hypnotisch.
Eigene Songs? Brauchen sie nicht. The Devils nehmen sich harmonische Klassiker von Slim Harpo, Kim Wilson, Magic Sam oder Willie Dixon und verpassen ihnen einen teils tranceartigen, herrlich ungehobelten Anstrich. Das Ergebnis: Blues, der kratzt, groovt und hängen bleibt.
Und als wäre das alles noch nicht genug Blues für einen Abend, schicken wir auch noch die Green Blues Band ins Rennen. Vier Jungs und Alicia, die den Blues so überzeugend spielen, dass man kurz überlegt, ob sie heimlich schon mit Muddy Waters geprobt haben – zeitlich völlig unmöglich, musikalisch aber erstaunlich plausibel.
Hier wird nicht geflirtet, hier wird gearbeitet: groovende Rhythmen, knackige Riffs und ein Sound, der eher nach verrauchten Hinterzimmern als nach geschniegelt-polierten Bühnen riecht. Blues ohne Filter, ohne Sicherheitsnetz und ohne die leiseste Angst davor, dass es auch mal richtig scheppert.
Kurz gesagt: Die Green Blues Band wärmt nicht auf – sie zieht euch rein. Wer danach noch geradeaus laufen kann, hat nicht richtig zugehört.
From the cradle direkt an die Bar der Black Pearl. Blues approved.
Eines können wir euch versprechen: Mehr Blues geht nicht.
Die Black Pearl wird zum House of Blues.
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